Es handelt sich um mittelständische Unternehmen in Bremen, Berlin und Offenbach. Sie heißen „Werder“, „Tennis-Borussia“ und „Kickers“. Dafür, daß sie nur etwa je zwanzig bis dreißig Mitarbeiter beschäftigen, stecken sie ganz schön tief in der Kreide. Und die Schlagzeilen über diese Defizite und über Möglichkeiten ihrer Beseitigung würden einem Großunternehmen mit Milliarden-Umsatz zur Ehre gereichen.

Das mag alles angehen, denn wir haben es mit einer ziemlich verrückten Branche zu tun: den Verkäufern von Fußballvergnügen. Doch der Rummel wird zum Ärgernis, wenn er die öffentlichen Finanzen strapaziert. Da ist plötzlich von kommunalen Bürgschaften die Rede; mit Geld aus der Kasse der Arbeitslosen-Versicherung soll eine Betriebsstätte, Stadion genannt, erweitert werden; das kleine Berliner Unternehmen macht sich gar Hoffnungen auf Hilfe nach dem Berlin-Förderungsgesetz.

Bei manchen Kommunalpolitikern muß man sich fragen, ob sie nicht von allen guten Geistern verlassen sind. Gerade Offenbach, eine Stadt mit besonders hoher Arbeitslosigkeit, sollte mit seinem Geld Besseres anfangen können, als es Berufskickern nachzuwerfen. In den anderen Städten ist es ähnlich: Die Achtung vor dem Geld der Steuerzahler läßt zu wünschen übrig. pl