Als Knacki, das ist ganz klar, muß man den Ambach haben. Wer da so naiv im Schließfach hängt, vielleicht noch mit viel Qualm vor der Brust, der darf sich nicht linken lassen. Promillesünder und Butterschieber, Konkursbetrüger und Heiratsschwindler, Mörder und Meineidige haben jetzt eine Postille, die ihnen gleich nach der Verurteilung erklärt, was in einer Justizvollzugsanstalt auf sie wartet.

Diesen Ambach, das „Wissen was los ist“, wenn sie für einige Zeit ins „Schließfach“, in eine Zelle müssen, vermittelt übersichtlich und im Arbeitstaschenbuchformat eine Schrift des niedersächsischen Justizministeriums.

Dort muß man es ja wissen. Den „Strafvollzug von A bis Z“ lernt der zukünftige Knacki damit wenigstens theoretisch kennen. Gut für ihn, vorbereitet zu sein. Besonders, wenn er viel Qualm vor der Brust hat, also eine lange Haftstrafe aufgebrummt bekam. Wen die anderen Knastologen da linken, ihn beim Kungeln oder bei der Arbeit hereinlegen, dem hilft bestenfalls der Atze, ein Freund mit gleichem Schicksal. Der braucht aber bessere Kenntnisse; oder das Knacki-Alphabet.

Das Gitter-Rotwelsch aus Hannover ist nur der kleinste, dafür aber milieugetreue Teil einer Faktensammlung über Zustände, Kosten, Probleme und Möglichkeiten des Strafvollzugs. Ministeriale, Vollzugsbeamte und Gefangene haben die Daten zusammengestellt.

Das Sachbuch vom Fach ist gewiß nicht nur für jene, die plötzlich vor dem Blechnapf sitzen. Vielmehr informiert es auch die, die sie dorthin bringen: Ein Buch für die Justiz selbst. Für die Beamten und Richter, – aber auch für jene Bürger, denen Worte wie Resozialisierung, Freigang und Vollzug fremd und modernistisch erscheinen. Für die Verwalter des Rechts Und der Strafe. Und für die, die darüber berichten.

Die Haft kann Schäden verursachen, die dem Straftäter auch nach der Entlassung kein normales Leben in der Gesellschaft mehr ermöglichen. Unkenntnis und eine nicht selten mangelhafte Aufklärung der Inhaftierten läßt diese versäumen, die Zeit hinter Gittern zur Aus- und Fortbildung zu nutzen. Möglichkeit ten gibt es dafür immer mehr.

Viele machen lieber einen Sonnemann, legen sich mit den Hachos an, rufen die Freunde zu Halligalli, Nolli-Arien und Randale auf oder planen den großen Flattermann. Faulenzen, Streit mit unbeliebten Vollzugsbediensteten, gemütliches Beisammensein, Abende unter Gefangenen mit Glücksspiel und Selbstgebrautem (Nolli), Aufstand oder gar Flucht sind zwar kurzfristig erfüllte Knacki-Träume, wenn es klappt, aber keine Basis für ein geordnetes Leben.