Hoffnungsvoller als bisher sieht man bei Reemtsma die Zukunft der Brauerei-Beteiligungen. In diesem Jahr wird dort ein Investitionsprogramm von 260 Millionen Mark abgeschlossen.

1976 war die Reemtsma-Gruppe am inländischen Zuwachs der deutschen Brauwirtschaft von 1,4 Millionen Hektolitern mit rund 300 000 Hektolitern beteiligt, also mit mehr als 20 Prozent, obgleich die Gruppe nur einen Marktanteil von neun Prozent innehat. Dr. Werner Hilberger, zuständiges Vorstandsmitglied für den Getränkebereich, vertritt die Ansicht, daß sich der Bierverbrauch in der Bundesrepublik bei 150 bis 155 Liter pro Kopf der Bevölkerung jährlich einpendeln wird. Da aber die Absatzentwicklung deutlich in Richtung zu Produkten „mit hohem Qualitätsanspruch“ geht, also zu den Bieren mit höheren Preisen, hofft man zu einer Aufbesserung der bisher noch als ungenügend empfundenen Brauerei-Rentabilität zu gelangen. Beide Reemtsma-Unternehmenszweige – Zigaretten und Getränke – erwirtschafteten 1976 einen um 24,2 auf 83 Millionen Mark gestiegenen Konzern gewinn.

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Einen Bärendienst leistete Walter Hesselbach, scheidender Chef der gewerkschaftseigenen Bank für Gemeinwirtschaft, dem anderen großen Gewerkschaftsunternehmen „Neue Heimat“.

Die „Neue Heimat“, so Hesselbach, sei immer noch ein Kreditnehmer von allererster Qualität. Sie sei zwar „in einer gewissen Malaise“ gewesen, doch habe ihre Kraft ausgereicht, sie zu überwinden. Damit bestätigte Hesselbach indirekt die Berechtigung der in der Vergangenheit gelegentlich aufgetauchten Gerüchte über „Probleme“ bei der „Neuen Heimat“, die von der Baugesellschaft selbst stets vehement in Abrede gestellt worden waren.

Enttäuscht waren die Beiersdorf-Aktionäre nur über die Weigerung des Vorstandes, schon jetzt für 1977 die Beibehaltung der 1976er Ausschüttung von sieben Mark zuzusagen.

Der Beiersdorf-Vorstand ließ aber keinen Zweifel daran, daß die Barausschüttung als Folge der Körperschaftsteuerreform für 1977 niedriger ausfallen wird, da Ausschüttungsbetrag und Rücklagendotierung in einem ausgewogenen Verhältnis stehen müßten. Bisher hieß das: Etwa die Hälfte ausschütten, die andere in die Rücklagen. Vorstandsvorsitzender Georg W. Claussen ließ aber wissen, daß sich die Aktionäre künftig erheblich besser als bisher stellen werden. Diese Prognose fiel ihm um so leichter, als die ersten fünf Monate dieses Jahres wieder ausgezeichnete Ergebnisse gebracht haben. Allein im Export wurde ein Umsatzzuwachs um 47 Prozent erzielt. In Börsenkreisen geht man davon aus, daß die Bardividende für 1977 keinesfalls niedriger als sechs Mark liegen wird. Dazu käme dann noch eine Steuergutschrift von 3,38 Mark.