Politik

Sadat zürnt den Sowjets

Erst lieben sie sich — das Verhältnis zwischen Sowjets und Ägyptern ist ein Un Verhältnis. Auch ein neuer Versuch zur Aussöhnung ist gescheitert.

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DIE ZEIT

Wechsel an der Spitze des ZEIT-Verlages

Wie lange darf ein Mann in „leitender Stellung“ arbeiten? Manche große Gesellschaften schicken ihre Vorstandsmitglieder mit 60 Jahren in den Ruhestand oder in den Aufsichtsrat.

Ende einer Ära?

Markieren die letzten Tage einen Wendepunkt der deutschen Nachkriegsgeschichte? In einer Rundum-Beschwichtigung haben die offiziellen Sprecher der Bundesregierung alle Alarmmeldungen gedämpft: Ein wenig unbesonnen hätten die Tarifpartner wohl gehandelt – die Arbeitgeber, als sie Verfassungsbeschwerde gegen das Mitbestimmungsgesetz einlegten, die Gewerkschaften, weil sie im Gegenzug der Konzertierten Aktion fernblieben; beide aber würden sich schon wieder zusammenraufen.

Predigt oder Politik

Entspannung und Menschenrechte – die Begriffe wirken nachgerade schon wie Pawlowsche Glocken, bei deren Ertönen nur noch konditionierte Reflexe möglich sind.

Zeitspiegel

Gute Nachricht von der Ernährungsfront: Zum erstenmal seit fünf Jahren steigen die Weltweizenvorräte so, daß sie mehr als dreißig Tage ausreichen.

Römische Reaktion: Gewinn nicht riskieren

Mit der betulichen, aber auch kecken Umsicht von Spielern, die ihren bisherigen Gewinn nicht riskieren, aber auch das Spiel nicht aufgeben möchten, bewegen sich die italienischen Kommunisten zwischen Moskautreue und purer Ketzerei – im Geiste der „Freimütigkeit und Freundschaft“, wie es im dürftigen Kommuniqué nach den Gesprächen hieß, die drei Direktionsmitglieder der KPI – Pajetta, Bufalini und Macaluso – Ende letzter Woche im Kreml führten.

Wie lange soll Bonn die Zeche zahlen?

In jedem Bundesstaat mit unterschiedlichen politischen Entscheidungsebenen ist die Regelung der Finanzverfassung die Kernfrage des föderativen Aufbaus besonders die Verteilung der Steuererträge auf Bund und Länder und die steuerliche Gesetzgebungskompetenz.

Wolfgang Ebert: Wie war’s beim Kanzler?

Als Adele und ich uns festlich gestimmt dem Bonner Theater und Festplatz näherten, stellte sie fest, daß sie nun doch den falschen Rock angezogen hatte und wollte sofort ins Hotel zurück.

Am Ende seines ersten Halbjahres in Bonn ist der CDU-Vorsitzende Kohl mit seinem Vorhaben gescheitert, die FDP zur Union herüberzuziehen. Strauß gibt nun Gegendampf. Die Kampfparole des hessischen CDU-Vorsitzenden Dregger lautet: ‚Es gibt keinen Ersatz für Sieg“: „Meine Strategie für die Union“

Am Ende seines ersten Halbjahres in Bonn ist der CDU-Vorsitzende Kohl mit seinem Vorhaben gescheitert, die FDP zur Union herüberzuziehen.

Kubaner in Afrika: Für Geld und gute Worte

Noch vor einem Jahr hatten der amerikanische Präsident Ford und sein Außenminister Kissinger den Preis für die Wiederannäherung in schwindelnder Höhe angesetzt: Sie forderten nicht mehr und nicht weniger als den Abzug der Kubaner aus Afrika, ehe sie sich überhaupt zu Gesprächen mit Havanna bereitfinden wollten.

Amerikanische Strategie: Bauchlandung für die B-1

Mit der Absage an den Bau einer neuen Bomberflotte vom Typ B-1 und der Orientierung der strategischen Nuklearstreitkräfte auf die Cruise Missile hat Präsident Carter die folgenschwerste Entscheidung in seiner bisherigen Amtszeit gefällt.

Kurt Birrenbach: Ein deutscher Sachwalter

Hierzulande gibt es kein außenpolitisches Establishment. Seit Anbeginn der Bundesrepublik war die Außenpolitik viel zu sehr Spielball und Sprungbrett der Innenpolitik, als daß sie einen übergreifenden Konsens hätte zusammenschweißen können, wie er in den angelsächsischen Ländern jenseits von Partei oder Präsident stets Gleichmaß und Gemeinsamkeit in der Diplomatie bewahrt.

Der Fall Kraske: Kohl im Kreise

Sofern sich das Publikum überhaupt noch für die strategischen Wirren in der Opposition interessiert, hat es von Helmut Kohl eine salomonische Auskunft erhalten.

BONNER BÜHNE: Viele Bücher, aber wenig Lektüre

"Mir liegt alles Politische nicht, sonst wäre ich längst Revolutionär." Das Bekenntnis Hermann Hesses begleitet in diesen Juli-Tagenalle Besucher des "Kanzler-Festes", falls sie das Abschiedsgeschenk aus dem Stadttheater, ein Kalendarium mit Aphorismen und Aquarellen des Dichters, zur Hand nehmen.

Kernfrage Kernenergie

Der Hamburger Frachter „Columbus Australia“, der eine für Japan bestimmte Uranoxyd-Lädung zur Anreicherung in die USA transportieren soll, wird in Melbourne von streikenden Hafenarbeitern und Atomkraftgegnern am Auslaufen gehindert.

Der Kanzler will sich informieren

Die Entwicklung der zivilen Nuklearindustrie und die Zukunft der Entspannungspolitik sind die wichtigsten Themen, die während des Besuches von Bundeskanzler Schmidt in Kanada und den Vereinigten Staaten auf dem Programm stehen.

DOKUMENTE ZUR ZEIT: „Heimat für das palästinensische Volk“

– Einstellung jeder Aufrechterhaltung oder Formen eine? Kriegszustandes sowie Beachtung und Anerkennung der Souveränität, territorialen Unversehrtheit und politischen Unabhängigkeit eines jeden Staates in diesem Gebiet und seines Rechts, innerhalb sicherer, anerkannter Grenzen frei von Drohungen und Akten der Gewalt in Frieden zu leben.

High durch Hitler

Das neue Werk des Führer-Biographen Fest entpuppt sich als ein gefährlicher Film

Verfassungsschutz: Justus Müller sucht sein Recht

Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesjustizministerium, Hans de With: "Der Bundesregierung sind derzeit weder von betroffenen noch von anderen Personen Fälle der von Ihnen angesprochenen Art mit dem Wunsch nach öffentlicher Rehabilitierung vorgelegt worden.

Partei’Reinigung: Jusos raus

Auf ihrer Landeskonferenz am 11. Juni bescheinigten sich die Hamburger Jusos noch hochgemut "eine Position der Stärke". Da standen sie in der stickigen Markthalle am Hauptbahnhof und konnten nicht anders, als sich in Martin-Luther-Pose mit ihrem abgesetzten Chef-Juso Klaus-Uwe Benneter zu solidarisieren und der Mutterpartei zu zeigen, was der Mut von Bekennern ist.

Freiheit ’77

11. März: Das Bundesinnenministerium antwortet, das Schreiben sei an die G’-IO-Kommission weitergeleitet worden. Diese Kommission überwacht die unter bestimmten Umständen mögliche Aufhebung des Artikels 10 des Grundgesetzes, der das Post- und Telephongeheimnis verbürgt.

Streit um eine Oberstaatsanwältin: Ging Babydoll zu weit?

Gestern noch für hervorragende Verdienste um die innere Sicherheit von Kriminalbeamten mit dem „Bullen-Orden“ ausgezeichnet, heute vom Chef in die Wüste geschickt: Das ist das Auf und Ab im Leben der Frankfurter Oberstaatsanwältin Adelheid Werner, in der Unterwelt „Babydoll“ genannt.

Fernseh-Zeit: Serenissimus als Programmgestalter

Wie alle Diktatoren berufen sich auch die Telekraten in südlichen Provinzen auf das Volk. Kein Wunder also, daß die Attacke gegen die Fernseh-Nation unter falscher Flagge vorgetragen wird; kein Wunder auch, daß viele Politiker und Zeitungen, unsere nicht ausgeschlossen, zunächst einmal auf die Werbesprüche der südstaatlichen Tele-Herzöge hereingefallen sind.

Sozialismus: Ein Radikaler von links

Kurt Geyer war eine der Schlüsselfiguren des linken Flügels der USPD zwischen 1918 und 1921; seine Erinnerungen über diese Zeit zeichnen den Weg dieser politischen Gruppierung über ihre verschiedenen Stationen aus eigener Kenntnis nach: Der Einfluß auf die Generalstreikbewegung im Februar/März 1919; der Weg der USPD im Jahre 1919 nach links; der Kampf um die Betriebsrätegesetzgebung 1919/20; die Spaltung der Partei im Streit um den Anschluß an die III.

Russische Revolution: Ein Schuß, der Geschichte machte

Vera Z., die 1849 als Tochter von russischen Landadeligen geboren und 1919 in Leningrad gestorben ist, war von 1879 bis 1905 im Ausland, vorwiegend in ‚Genf, wo sie eine führende Rolle innerhalb der russischen Emigration spielte.

Ist radikal sein gut?

Bernt Engelmann ist ein vifer Schriftsteller, ein linker und engagierter dazu. Vor Jahren hat er in zahlreichen Sachbüchern die Besitzverhältnisse der herrschenden Klasse, oder zumindest von Teilen von ihr, enthüllt; seit einiger Zeit ist er durch immer neue Publikationen bemüht, das verzerrte Geschichtsbild der Deutschen zurechtzurücken, von dem er meint, daß es weder der historischen Wirklichkeit, geschweige denn unseren gegenwärtigen politischen Bedürfnissen adäquat sei.

Rebell im Niemandsland

Da ist ein Kind, ein Knabe. In klösterlicher Zucht aufgezogen, lernt er beflissen und begabt Latein und versteht schon mit vierzehn Jahren einiges von der Theologie.

Carsten R. Moser aus Madrid: Die Ärmel hochkrempeln

Die beiden Wochen nach den spanischen Parlamentswahlen waren durch eine außergewöhnliche Hektik gekennzeichnet. Wahlleiter zählten immer noch Stimmen aus, während die Politiker im Baskenland und Katalonien die ersten Schritte zur Autonomie planten.

Zahlungsverkehr: Über Telephon

In den Vereinigten Staaten gibt es schon rund 25 Kreditinstitute, die ihren Kunden anbieten, ihre Rechnungen telephonisch zu bezahlen.

Lehrer: Rechnen: fünf

Zum Job des Lehrers gehört es, Zeugnisse zu schreiben und Noten zu verteilen. Weil sie darin soviel Übung haben, schrieben die in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zusammengeschlossenen Hamburger Lehrer auch dem Senat der Hansestadt ein Zeugnis.

Bonner Kulisse

Anfang kommender Woche wird sich entscheiden, was die Bundesbahn mit rund 1500 Facharbeitern tun wird, die sie nicht so recht zu beschäftigen weiß: Der Sitzung des Personalausschusses der Frankfurter Bundesbahn-Hauptverwaltung am Montag folgt am Dienstag eine Zusammenkunft des Bahn-Verwaltungsrates.

Großbritannien: Fakire auf dem Nagelbrett

Auf dem „Nagelbrett von Fleet Street“ begrüßte Vere Harmsworth, Chef der Associated Newspapers und damit Verleger der Daily Mail, einen neuen Kollegen und Konkurrenten: Victor Matthews, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Mischkonzerns Trafalgar House Investments.

Wein: Viel Oechsle für wenig Jahre

Lange bevor die Lese begonnen hatte, wurde er zu einem „großen Jahrgang“, gar zu einem „Jahrhundertwein“ hochstilisiert. Nun wird dem Verbraucher von den Werbestrategen der Weinwirtschaft geraten, der 76er sei eigentlich viel zu schade zum Soforttrinken, man solle sich lieber einen Vorrat von möglichst vielen Flaschen in den Keller legen, ihn weiter reifen lassen und in späteren Jahren bei besonderen Anlässen mit Kennermiene hervorholen und seinen Gästen als Rarität kredenzen.

Exportstrategie: Kunst zum Diner

Wenn junge Franzosen heiraten, dann freut sich im oberfränkischen Städtchen Selb ein Mann, der neben Politik, Bergsteigen und Rudern seinen Beruf zum Hobby gemacht hat: Philip Rosenthal, Vorstandsvorsitzender der Rosenthal AG.

Flugzeugindustrie: „Ab und zu auf die Zunge beißen“

Fast tausend Gäste feierten Ludwig Bölkow im repräsentativen Werkskasino in Ottobrunn bei München, doch dem Chef des größten deutschen Luft- und Raumfahrtkonzerns Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH war an seinem 65.

Chemie: Spitzentanz der Elefanten

Die Schlagzeile sagte bereits alles: „The Chemical Reich“ überschrieb die Londoner Sunday Times einen Bericht über die chemische Industrie der Bundesrepublik.

Undurchsichtige Bankpreise

Mit einem Boykott-Aufruf hat die Verbraucher-Zentrale Baden-Württemberg auf die Erhöhung der Bankgebühren zum 1. Juli reagiert, die die Deutsche Bank aus „Kostengründen“ für notwendig erklärt.

Hoffnungen nicht begraben

Nach dem Commerzbank-Index sind die deutschen Aktienkurse in den ersten sechs Monaten dieses Jahres um 2,3 Prozent gestiegen.

Manager und Märkte

Peter Weiher, dem Chef der Kölner Ford-Werke AG, erging es wie manchem Sonntagsredner. Da gerade sonst nicht viel zu melden war, entstand aus seiner – vor einigen Wochen in einem sonntäglichen Rundfunk-Interview gegebenen – Mitteilung, das Haus suche 2500 neue Mitarbeiter, eine regelrechte Pressekampagne.

Zeitraffer

Es geht aufwärts – leider derzeit vor allem mit den Preisen. Stärker als in den Monaten zuvor stiegen nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes die Kosten für die Lebenshaltung eines privaten Haushalts.

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