Peter Weiher, dem Chef der Kölner Ford-Werke AG, erging es wie manchem Sonntagsredner. Da gerade sonst nicht viel zu melden war, entstand aus seiner – vor einigen Wochen in einem sonntäglichen Rundfunk-Interview gegebenen – Mitteilung, das Haus suche 2500 neue Mitarbeiter, eine regelrechte Pressekampagne. Ohne sonstiges Zutun seiner Presse-Abteilung.

Der Erfolg: Es meldeten sich – zufällig genau – 2500 Interessenten (unter ihnen die arbeltskräfte-verlcihwillige Deutsche Bundesbahn, siehe Seite 18). Von den Einzelbewerbern waren 600 geeignet. Sie erhielten Verträge, überwiegend für die Zeit nach den Werksferien also vom 8. August an. Rund zehn Prozent der 600 waren Arbeitslose mit der entsprechenden arbeits-amtlichen Bescheinigung. Rund sechzig Prozent waren Deutsche.

Die weitere Suche – die angestrebte Zahl soll nach und nach bis zum Jahresende erreicht sein – dürfte kaum mehr so mühelos nach Plan verlaufen wie bisher. Denn so leicht wird sich der unverhoffte Publizitätseffekt nicht wiederholen lassen.

Will Tremper, kürzlich noch als letzter Retter des inzwischen eingestellten Gruner + Jahr-Magazins Leute im Gespräch, arbeitet derzeit an einem anderen Objekt – für die G+J-Konkurrenz in Hamburg, den Heinrich Bauer Verlag. Seit drei Monaten ist unter Tremper-Leitung ein neues Frauenblatt in Arbeit (vorläufiger Titel: Pandora Die Zielgruppe: Frauen der gehobenen Schicht, „Frauen, die mitreden“. Alsliterarische – Vorlage dient dabei der Playboy, auf Bildersex freilich müssen die Leserinnen verzichten. Nackte Männer sollen nicht zu sehen sein. Doch über „die Sache“ lesen wird man wohl können.

Zur gleichen Zeit arbeitet Deutschlands größter Zeitschriftenverlag an einem neuen Blatt für junge Leute, die dem Bravo-Alter entwachsen sind (Arbeitstitel: Treffpunkt). Ein wenig anspruchsvoller soll das Folgeblatt auch sein: Jazz und E-Musik werden nicht ausgeklammert. Vor Frühjahr 1978 werden die Bauer-Blätter nicht das Licht der Welt erblicken, wenn sie es denn je tun.

Hanseaten gehen nicht ins Kino – sie fahren. Als einziges der zahlreichen Hamburger Lichtspiele befindet sich nämlich das Autokino Billbrook auf der Liste der dreizehn meistbesuchten Filmtheater Deutschlands. Das ergaben Ermittlungen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW). An der Spitze der Kino-Hitliste, soeben vom Branchendienst Kontakter veröffentlicht, steht das Autokino Minidomm in Ratingen mit jährlich über 520 000 Besuchern, folgt das Autokino vom Billbrook mit – hochgerechneten – 494 000 drive-in-Besuchern. Die traditionsreichen Stadt-Theater Mathäser Filmpalast in München (über 468 000) und der Berliner Zoo-Palast (über 360 000) wurden von den Autokinos an Platz drei und vier verdrängt.“ Immerhin: Acht der dreizehn meist frequentierten Leinwand-Theater sind inzwischen Autokinos.

Klaus Liesen, seit vergangenem Herbst Vorstandsvorsitzender der Ruhrgas AG in Essen, hat es im zweiten Anlauf nun doch noch geschafft, mit Algerien einen langfristigen Gasliefervertrag abzuschließen: Von 1984 an werden auf die Dauer von zwanzig Jahren zusammen acht Milliarden Kubikmeter Erdgas abgenommen. Die Hälfte davon geht an den holländischen Partner Gas-Uni, der deutsche Anteil per Flüssiggastransport nach Wilhelmshaven.