Zum Job des Lehrers gehört es, Zeugnisse zu schreiben und Noten zu verteilen. Weil sie darin soviel Übung haben, schrieben die in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zusammengeschlossenen Hamburger Lehrer auch dem Senat der Hansestadt ein Zeugnis. Es fiel so schlecht aus, daß der Senat eigentlich um seine Versetzung fürchten müßte – wenn es nach der GEW ginge.

Die GEW bemängelt vor allem, daß der Hamburger Senat trotz zu großer Klassen und Lehrer-, mangel 500 arbeitslose Jungpädagogen vor den Schulteren stehen läßt. Nach Ansicht der GEW müßten etwa 1100 Lehrer zusätzlich eingestellt werden.

Daran, daß dies wünschenswert ist, kann kein Zweifel bestehen. Darüber, wie dies finanziert werden, soll, verliert die GEW allerdings kein Wort. Es ist übrigens die gleiche Organisation, die einen illegalen Streik vorbereitet, weil sie nicht zulassen will, daß das Gehalt von Junglehrern auf das Niveau der anderen Bundesländer gesenkt wird. Allein mit den Mitteln, die dabei eingespart werden – rund 900 000 Mark jährlich –, könnten dann zwanzig bis dreißig Lehrer zusätzlich besoldet werden. Aber Rechenlehrer haben an dem schönen Zeugnis wohl nicht mitgeschrieben. mj