Mit einem Boykott-Aufruf hat die Verbraucher-Zentrale Baden-Württemberg auf die Erhöhung der Bankgebühren zum 1. Juli reagiert, die die Deutsche Bank aus „Kostengründen“ für notwendig erklärt. Wie die Übersicht der ZEIT über die Gebühren repräsentativer Kreditinstitute zeigt, gibt es keine Einheitsgebühren. Ein Preisvergleich vor der Wahl der Bankverbindung kann also – je nachdem welche Leistungen vor allem in Anspruch genommen werden – durchaus lohnend sein.

Ein genereller Preisvergleich ist aber, wie die Tabelle zeigt, nicht möglich. In der Gebührenpolitik gibt es viele Variationen, die schwer auf einen Nenner zu bringen sind. Unterschiede in Mark und Pfennigen lassen sich nur an Hand eines Musterkontos errechnen, auf dem die gleichen Geschäftsvorgänge miteinander verglichen werden.

So sind die Verfasser eines Arbeitspapiers des Betriebswirtschaftlichen Instituts der Universität Erlangen/Nürnberg vorgegangen. Sie haben in ihrer Studie aus dem Jahre 1976 festgestellt, daß ihr Vergleich eine Spanne von 8,20 bis 39 Mark im Quartal ergibt. Sie kommen zu dem Ergebnis: „Für den Kunden kann als Fazit der derzeitigen Gebührenpolitik der Banken festgestellt werden, daß es sich im Gegensatz zur Ansicht verschiedener Bankenvertreter doch lohnen kann, aus Kostengründen das Institut zu wechseln.“

Wie schwer jedoch ein Institutswechsel in Wirklichkeit ist, zeigt ein Blick auf die Tabelle und die Überlegung, daß sich ein Kunde allein wegen der Gebühren kaum dazu entschließen wird, wenn er nicht nur ein Girokonto unterhält, sondern auch andere Dienstleistungen des Instituts in Anspruch nimmt. Wir fragten Helmut Geiger, den Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, zu diesem Thema:

  • Das Bundeskartellamt wirft in seinem Jahresbericht den Banken vor, daß ihre Gebühren zuundurchsichtig sind. Die aushängenden Gebührentafeln geben keine Auskunft über die tatsächlichen Belastungen.

Geiger: Die Gebühren werden in einem Aushang bekanntgegeben, der auf Grund eingehender Diskussionen unter anderem auch mit den Verbraucherverbänden und dem Bundeswirtschaftsministerium entwickelt wurde. Ferner informieren die Kreditinstitute auf vielfältige Art über ihre Gebühren, zum Beispiel in Kundengesprächen und Pressekonferenzen.

  • Würden Sie es nicht für notwendig halten, einfachere Berechnungen für Gebühren einzuführen, oder geht das Ihrer Meinung nach nicht?