Als wenn nicht schon Lungenkrebs, Herzinfarkt, Raucherbein und Mißbildungen bei zu erwartenden Kindern genug der Scheußlichkeiten wären, die Raucher mit größerer Wahrscheinlichkeit zu erwarten haben als Nichtraucher. Jetzt haben Wissenschaftler der Boston University und der Harvard-Universität bei Untersuchungen an 57 000 Frauen in sieben Ländern ermittelt: Ein Mädchen, das raucht, muß damit rechnen, früher zu verblühen als eine Nichtraucherin.

Ursprünglich sollte die Studie einen Zusammenhang zwischen bestimmten Herzerkrankungen und dem Einsetzen der Menopause aufdecken. Aber dann ergab sich eine ganz andere Korrelation: Von stark rauchenden Frauen waren 61 Prozent im Alter zwischen 48 und 49 Jahren schon in der Menopause, hingegen nur 47 Prozent der Nichtraucherinnen. Bei den Amerikanerinnen im Großraum Boston lagen die entsprechenden Prozentsätze bei 46 und 26 Prozent. Als starke Raucherinnen hatten die Forscher Frauen definiert, die täglich mindestens eine Packung Zigaretten konsumieren. Auch schwache Raucherinnen kommen erheblich früher in die Wechseljahre als ihre nicht rauchenden Geschlechtsgenossinnen. Allerdings sind sie im Schnitt später dran als die starken Raucherinnen.

Diese „Dosisabhängigkeit“, so heißt es in dem Bericht, der im britischen Fachblatt Lancet (25.6.) erschien, mache es unwahrscheinlich, daß etwa für die Disposition zur früh einsetzenden Menopause und für die Lust am Tabakrauchen ein gemeinsamer, vielleicht biologischer Faktor verantwortlich sei. Vielmehr deute alles darauf hin, daß durch das Rauchen eine hormonelle Veränderung herbeigeführt werde, die sich in der Verschiebung der Wechseljahre bemerkbar mache – und vielleicht nicht nur dort.

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Blätter mehrerer Ulmenarten, die dreißig Millionen Jahre überdauert haben und noch grün sind, fanden Wissenschaftler des New Yorker Botanischen Gartens in einer Gesteinsprobe aus dem US-Bundestaat Oregon. Die Probe hatte ein Amateursammler schon Anfang der fünfziger Jahre gefunden und an das Museum des Gartens geschickt, aber erst jetzt fanden die Experten Zeit, sie zu untersuchen. Die Bäume, von denen diese Blätter stammen, grünten zu einer Zeit, als sich das Felsengebirge noch nicht gehoben hatte und als das Gebiet der heutigen Vereinigten Staaten von kleinen, dreihufigen Pferden, Riesenwildschweinen und Mammutnashörnern bewohnt war. Offenbar waren die Bäume das Opfer eines Vulkanausbruchs geworden und in der vulkanischen Asche erstickt. Diese Asche aber hat die Blätter, ohne sie großer Hitze auszusetzen, steril eingehüllt und bis auf den heutigen Tag so gut umhüllt, daß nicht nur die Struktur der Blattspreite erhalten ist, sondern auch die Blattzellen und sogar die empfindlichen chemischen Stoffe des Blattinnern, das Blattgrün und die roten und gelben Blattfarbstoffe. Funde dieser Art sind sehr selten, gewöhnlich hinterlassen Blätter nur einen dunklen Abdruck im Gestein.