Es geht aufwärts – leider derzeit vor allem mit den Preisen. Stärker als in den Monaten zuvor stiegen nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes die Kosten für die Lebenshaltung eines privaten Haushalts. Nach einem Anstieg der Teuerungsrate um 3,8 Prozent im April und Mai dieses Jahres gegegenüber 1976 rechnen die Statistiker für Juni mit einer vierprozentigen Steigerung des Preisindex.

Der Deutschen liebstes Getränk, der Kaffee, wird immer mehr zum Luxus. Zwar sackten Mitte Juni die Rohkaffeepreise kurzfristig – überwiegend spekulativ – ab, doch die Röster sitzen noch lange auf ihren teuer eingekauften Vorräten. Zwischen sechs und acht Prozent sollen von kommender Woche an die Fabrikabgabepreise für Jacobs-, Hag- und Melitta-Kaffee steigen. Die Verbraucher werden glimpflicher davonkommen, der harte Wettbewerb im Einzelhandel läßt eine volle Weitergabe der Einstandspreise kaum zu.

Stärker zur Kasse gebeten wird der Kunde bereits seit dem 1. Juli in Apotheken, die diesmal allerdings unschuldig daran sind. Nach dem Gesetz zur Dämpfung des Kostenanstiegs im Gesundheitswesen müssen die Krankenkassen-Versicherten für jedes verordnete Medikament eine Mark bezahlen. Die bisherige Beteiligung von 20 Prozent pro Rezeptblatt, höchstens. 2,50 Mark, entfällt. Auch Rentner, bisher von der Rezeptgebühr befreit, müssen nun ins Portemonnaie greifen.

Etwas bessere Nachrichten kommen von der Ölfront. Obwohl Saudi-Arabien und die Föderation der Vereinigten Emirate ihre Rohölpreise um fünf Prozent anhoben, scheint ein allgemeiner neuer Preisschub bei Rohöl vorerst gebannt. Die beiden Länder glichen mit ihrem Beschluß nämlich „nur“ ihre Preise dem der übrigen OPEC-Staaten an, die bereits im Januar mit einer zehnprozentigen Preiserhöhung vorgestoßen waren. Neun dieser elf Länder wollen nun auf eine geplante weitere Anhebung um fünf Prozent verzichten. Ob der Irak und Libyen sich auch mit der seit Januar geltenden Zehn-Prozent-Erhöhung bescheiden, bleibt vorerst ungewiß.

In Sichtweite scheinen auch einmal wieder höhere Preise im Berlin-Flugverkehr. Die Fluggesellschaften haben in Bonn sieben Prozent mehr avisiert. Dort will man offenbar aber nicht ganz so stark rangehen. Immerhin wird für den Herbst eine Verteuerung der Berlin-Flüge um 3,5 Prozent für möglich gehalten:

Dort wo alle eine kräftige Abwärtsbewegung begrüßen würden, fand sie. leider nicht statt: Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt verlief nach den Worten des Präsidenten der Bundesanstalt für Arbeit, Josef Stingl, im Juni „enttäuschend“. Nur um 15 500. oder 1,6 Prozent ging die Zahl der Arbeitslosen im Juni zurück. 931 000 Menschen, das entspricht einer Quote von 4,1 Prozent, waren noch ohne Beschäftigung. ms