Hoffnungsschimmer

Gute Nachricht von der Ernährungsfront: Zum erstenmal seit fünf Jahren steigen die Weltweizenvorräte so, daß sie mehr als dreißig Tage ausreichen. Rekordernten werden in Nordamerika, Europa und der Sowjetunion erwartet, so daß in den Lagern 40 bis 50 Millionen Tonnen Getreide mehr gehortet werden kann, als für den Konsum benötigt werden. Auch Indien erwartet wieder eine gute Ernte und selbst Bangladesh hat begonnen, Getreideschulden zurückzuzahlen. Dennoch, ist damit der Hunger nicht besiegt. Einmal können die 450 Millionen Menschen, die ständig Hunger leiden, auch in Rekorderntejahren sich nicht mehr zu essen leisten, weil sie nicht das nötige Geld haben. Zum anderen fehlt es an geeigneten Lagerräumen, um die Ernten aufzubewahren. In manchen Entwicklungsländern wie Indien, verrotten jährlich bis zu einem Drittel der Getreideernten oder werden von Ungeziefer aufgefressen.

Teure Null

Die ägyptischen Behörden sind auf der Suche nach verlorenen Pfundnoten. Das Geld kam abhandelt, weil der Computer der staatlichen Rentenstelle Tausenden von Rentnern auf ihren Abrechnungen für Juni eine Null zuviel konzediert hatte. Das Versehen wurde entdeckt, als sich einige Rentner beschwerten, denen der Computer nur die gewohnte Zahlung zugebilligt hatte. Nun versucht das ägyptische Rentenamt, einige Hunderttausend zuviel ausgezahlter Pfundnoten von den glücklichen Empfängern wieder einzusammeln.

Liebenswürdigkeiten aus Moskau

Die sowjetischen Diplomaten sollen auf dem internationalen Parkett eine bessere Figur machen. Bislang waren die Feinheiten der Diplomatie in der Sowjetunion mitunter belächelt worden. Das begann schon mit Leo Trotzki. der kaum zum Außenminister ernannt, das Außenministerium gleich wieder abschaffen wollte: „Ich gebe ein paar revolutionäre Proklamationen heraus, und dann können wir den Laden dichtmachen.“ Siebzig Jahre später will nun Ejodor Molochkow, Chef des Protokolls im Moskauer Außenamt, seinen Kollegen endlich diplomatischen Schliff beibringen, In seinem Ukas betreffend Tischmanieren heißt es unter anderem: „Spucke keine Knochen auf den Teller. Rede nicht mit vollem Mund. Trink nicht zuviel Wein. Lies keine Dokumente bei Tisch.“ Letzte Ermahnungen: „Niemals watscheln, sondern aufrecht und würdevoll gehen... Ein Pyjama oder Schlafrock darf nur im Bade- oder Schlafzimmer getragen werden.“

Tod am Sabbath