Die Vorgänge auf den Devisenmärkten dieser Woche wären aufschlußreich. Sie zeigten, wie sich Auf- und Abwertungen unter dem Regime floatender Wechselkurse abspielen. Sie gaben aber auch den Blick frei auf den massiven Aufwertungsdruck, dem die Mark wieder einmal ausgesetzt ist.

Die Zentralbank von Spanien hat den Wechselkurs der Peseta gegenüber dem Kurs vom Ende der Vorwoche um 19,9 Prozent nach unten floaten lassen. Sie hat einfach aufgehört, den Kurs zu stützen. Deutsche Urlauber, die nach Spanien fahren, werden es ihr zu danken wissen.

Das gleichzeitige Abrutschen des Dollarkurses zeigte, was die Besitzender amerikanischen Währung von der Zukunft des Dollars halten. Sie rechnen damit, daß das zum größten Teil ölbedingte Defizit in der US-Leistungsbilanz den Dollar-Kurs wie mit einem Bleigewicht nach unten ziehen wird. Das ständige Predigen des amerikanischen Finanzministers Blumenthal, die starken Währungen der Bundesrepublik, der Schweiz und der Niederlande müßten im Interesse der Defizitländer nach oben floaten, blieben, wie zu erwarten war, im Devisenmarkt nicht ohne Wirkung. Jetzt ist nicht auszuschließen, daß die Marktkräfte eine stärkere Aufwertung der Mark erzwingen, als der Bundesregierung aus konjunkturellen Gründen lieb ist. R. H.