Nach zwei Jahren Auto-Boom ist noch keine Trendwende in Sicht. Trotz Sonderschichten und Kapazitätserhöhungen bleiben die Lieferzeiten.

„Die Spitze des Booms haben wir hinter uns gebracht, ohne daß wir darum jetzt in große Tiefe fallen müssen.“ So sieht BMW-Chef Eberhard von Kuenheim gegenwärtig die Auto-Konjunktur. Ähnlich formulierten es in der vergangenen Woche vor ihren Aktionären Joachim Zahn, der Vorstandsvorsitzende von Daimler-Benz, und der VW-Boß Toni Schmücker.

Der VW-Konzern hat im ersten Halbjahr 1977 reichlich 1,2 Millionen Fahrzeuge verkauft, gut elf Prozent mehr als vor Jahresfrist. Im Inland stieg der Marktanteil von Januar bis Mai von 27,7 auf 31,5 Prozent. Die Auftragsbestände sind nach Schmücker So hoch wie nie zuvor. Die Zahlen von 1977 werden das Rekordergebnis von 1976 übertreffen.

Der Daimler-Benz-Konzern produzierte im ersten Halbjahr 198 600 Pkws (+ 10,5 Prozent) und 123 000 Nutzfahrzeuge (– 1,4 Prozent). Die Auftragsflut für Personenwagen ist ungebrochen. Eine Produktion von über 400 000 Stück (1976: 370 000) ist für das laufende Jahr geplant.

Auch bei BMW hielt die expansive Entwicklung an. 150 000 Autos und 15 700 Motorräder wurden verkauft (jeweils + 6 Prozent).

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Er ist einer der zurückhaltendsten deutschen Spitzen-Manager und einer der Aktivsten. Bosch-Chef Hans L. Merkle treibt seinen Konzern nach vorn.