DIE ZEIT

Pariser Asyl?

Der ehemalige Baader-Meinhof-Verteidiger Claus Croissant hat keine schlechten Aussichten, mit seinem Gesuch um Gewährung politischen Asyls in Frankreich durchzudringen.

Vier Sterne für Bonn

Der geringe Einfluß der Bundesrepublik, des stärksten europäischen Nato-Partners, in der militärischen Bündnisführung war seit Jahren ein Gegenstand Bonner Kritik.

Euro-Maoist

Im Bundestagswahlkampf war schon zu verspüren, was nun vor aller Welt offenkundig geworden: der Zwist zwischen dem Riesen China und dem von ihm behüteten Zwerg Albanien.

Urlaub ’77: Das fragwürdige Glück

Es erscheint fast hoffnungslos, gegen den einstimmigen Chor der Superlative und Rekordmeldungen anzukommen. Seit vier Jahren sind die Deutschen Reise-Weltmeister; sie geben für Auslandsreisen mehr Geld aus als die bis dahin führenden Amerikaner.

Druck von unten

Werden nun die Freien Demokraten, nachdem ihnen Sozialdemokraten und Christliche Demokraten vorangegangen sind, auch ihre innerparteiliche Krise zelebrieren? Jedenfalls nutzt die FDP die politische Sommerpause, um ihren Programmstreit wirkungsvoll in die Öffentlichkeit zu tragen.

Zeitspiegel

Vor einem Jahr, in der Nacht zum französischen Nationalfeiertag, wurde der ehemalige SS-Oberst Joachim Peiper nach einem Brandanschlag in den rauchenden Trümmern seines Hauses im Dorfe Traves tot aufgefunden.

Worte der Woche

„Dieses arrogante und ehrgeizige Streben nach Weltherrschaft treibt den sowjetischen Sozialimperialismus tun die ganze Welt – wie ein wildes Tier im Amoklauf –, wobei er überall eine Spur des Aufrühre und der Unruhe hinterläßt.

Eine fröhliche Gewalt?

Die Gedanken sind frei/wer kann sie erraten?" Hätte eingedenkdieses alten Volksliedes jener unbekannte Göttinger "Mescalero" seine "klammheimliche Freude" über die Ermordung (oder, wie er es nennt, den "Abschuß") des Generalbundesanwalts Buback für sich behalten wären der westdeutschen Hochschullandschaft in diesem Sommer etliche Konflikte erspart geblieben.

Ja oder nein zum Terror – eine Dokumentation

„Wir alle müssen davon runterkommen, die Unterdrücker des Volkes stellvertretend für das Volk zu hassen, so wie wir allmählich schon davon runter sind, stellvertretend für andere zu handeln oder eine Partei aufzubauen.

Mit Lib-Lab durch den Winter

Mit einem neuen, dritten Lohnabkommen zwischen Regierung und Gewerkschaften und dem fortgesetzten Beistand der Liberalen wollte James Callaghan bis zum Oktober 1979 regieren.

Wechsel im EG-Vorsitz: Frischer Wind aus Belgien?

Gute Vorsätze gehören zum Wechsel der EG-Präsidentschaft wie die Enttäuschung zum Alltag der Gemeinschaft. Wenn diesmal handfestere Hoffnung die halbjährliche Ablösung im Vorsitz der Neun begleitet, so hat das einen einleuchtenden Grund: Nach den mürrischen Briten werden die europafreundlichen Belgier bis zum Jahresende den Ministerräten präsidieren.

Kernfrage Kernenergie

Die Bundesregierung hat die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für ein nukleares Entsorgungszentrum (Endlagerungsstätte und Wiederaufbereitungsanlage) im niedersächsischen Garleben beschlossen.

Türkei wieder mit Demirel?

In der Türkei wird es nicht zu einer Großen Koalition kommen. Suleyman Demirel, der Führer der Gerechtigkeitspartei, lehnte das offenbar unerwartete Koalitionsangebot von Bülent Eçevit ab, dessen Republikanische „Volkspartei als stärkste Kraft, aber ohne absolute Mehrheit aus den Juni-Wahlen hervorgegangen war.

Zuversicht bei Japans Konservativen

Japans innenpolitische Welt ist wieder heil, die japanischen Wähler haben zum Vertrauten zurückgefunden. Den regierenden Liberaldemokraten (LDP) blieb bei den Oberhauswahlen eine weitere demütigende Niederlage erspart.

Wahltermin in Pakistan

Auf mehreren Pressekonferenzen beteuerte General Zia, Generalstabschef der Armee, daß „im frühen Oktober“ allgemeine Wahlen (die dritten in der 30jährigen Geschichte Pakistans) stattfinden werden.

Deutschland: Eine Nation – wie lange noch?

Ich glaube, wir haben uns alle Illusionen gemacht, der eine mehr, der andere weniger, aber wir alle, und zwar gerade auch die Sympathisanten dieser Entspannungspolitik, haben uns Illusionen gemacht.

Europa: Entspannung – wie viel?

Der „Geist von Helsinki“ ist eine arg strapazierte Erscheinung. Zur Vorbereitung der Belgrader Auswertungskonferenz, in der festgestellt werden soll, wie sich die Schlußakte der Konferenz von Helsinki über die Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) in der Praxis bewährt hat, wurde er von Ost und West fleißig zitiert, jeweils mit der Behauptung, die andere Seite, habe ihn verletzt.

Sägen am eigenen Ast

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Protektionismus. Viele Kräfte des Brüsseler Europa haben sich gegen den freien Welthandel verbündet, der französische Präsident und der britische Premier, Tomatenzüchter und Zuckerproduzenten, französische Industrielle und englische Gewerkschafter.

Währung: Die Mark in der Zange

Die Vorgänge auf den Devisenmärkten dieser Woche wären aufschlußreich. Sie zeigten, wie sich Auf- und Abwertungen unter dem Regime floatender Wechselkurse abspielen.

Bonner Kulisse

Als die CDU/CSU nach den letzten Bundestagswahlen stärkste Bundestagsfraktion wurde und ihr damit nach ungeschriebenem Gesetz wieder der Präsident des Bundestags zustand, gelobte der dann gewählte Karl Carstens dem Bundeshauspersonal, er werde die Grundsätze von Recht und Gesetz, Fürsorge und Loyalität gegenüber jedermann mit Strenge wahren.

Ölpreis: Knall in der Wüste

Drei Tage lang konferierten die Ölminister der elf Opec-Staaten in dieser Woche im traditionsreichen Grandhotel, rund 25 Kilometer vor den Toren von Stockholm.

Wachstum: Europas Hiob

Eine kleine Differenz zwischen dem angestrebten Wachstumsziel von fünf Prozent für 1977 und den tatsächlichen am Jahresende hat schon die Bundesregierung als Eventualität am Horizont ausgemacht.

Die FDP und die Arbeitsmarktpolitik: Wozu überhaupt Vollbeschäftigung?

Die Dauer-Arbeitslosigkeit macht alle Parteien nervös. Innerhalb der FDP ist ein heftiger Streit entbrannt. Helga Schuchardt, linke Flügelfrau der Partei, griff Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs wegen seiner Energie- und Arbeitsmarktpolitik in aller Öffentlichkeit scharf an.

Firmen und Fakten

„Die Spitze des Booms haben wir hinter uns gebracht, ohne daß wir darum jetzt in große Tiefe fallen müssen.“ So sieht BMW-Chef Eberhard von Kuenheim gegenwärtig die Auto-Konjunktur.

Rentenfonds an der Spitze

Aus unserer untenstehenden Tabelle über die Wertveränderungen der deutschen Investmentfonds geht eindeutig hervor, daß in den ersten sechs Monaten dieses Jahres entgegen allen Erwartungen das Rennen erneut von den Rentenfonds gewonnen worden ist.

Wieder Freude mit den Aktien

In den Börsensälen hat sich die Stimmung merklich gebessert. Das schlägt sich vorerst noch nicht in entsprechenden Kurssteigerungen nieder.

Zeitraffer

Sparen steht nicht mehr ganz so hoch im Kurs. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes legten die Privathaushalte mit höherem Einkommen 1976 nur noch 15 Prozent ihres Verdienstes auf die hohe Kante, 1975 waren es noch 18 Prozent.

Manager und Märkte

„Man treibt nicht ungestraft Entwicklungshilfe“, kommentiert DIHT-Präsident Otto Wolff von Amerongen die von der Stahlbranche wortreich beklagte Konkurrenz aus Drittländern.

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