Warum die Saudis schon vor dem Stockholmer Treffen im Preiskampf nachgaben

Drei Tage lang konferierten die Ölminister der elf Opec-Staaten in dieser Woche im traditionsreichen Grandhotel, rund 25 Kilometer vor den Toren von Stockholm. Doch der seit Monaten erwartete Kampf um einen einheitlichen Ölpreis im Opec-Kartell blieb aus. Ei war wenige Tage zuvor beigelegt worden.

Das Pokerspiel um Macht und Öl, das Ende vergangenen Jahres auf der Opec-Konferenz in Doha, der Hauptstadt des Golfscheichtums Katar, begonnen hatte, war in einem Feuersturm auf dem zweitgrößten saudiarabischen Ölfeld Abgaig steckengeblieben. Mehrere Explosionen, dessen Ursachen zu zahlreichen Gerüchten Anlaß gaben, hatten in der Nacht zum 11. Mai wichtige Pipeline-Verbindungen zum Ölhafen Rat Tanura zerrissen.

Die eigenmächtige Ölpolitik der Saudis sei: der Doha-Konferenz war gescheitert. Seinerzeit verweigerten die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien ihre Zustimmung zum Opec-Beschluß, den Ölpreis zum 1. Januar um zehn und zum 1. Juli um weitere fünf Prozent anzuheben. Beide Länder wollten sich mit fünf Prozent begnügen.

Mittelostexperten glauben, daß der saudiarabische König damit die USA bewegen wollte, mehr Druck auf Israel auszuüben, sich vom besetzten arabischen Territorium zurückzuziehen. Ein harter Schlag gegen die auf hohe Preise fixierte Energiepolitik Präsident Carters. Tatsächlich traf die Preisstratgie des Königs die eigenen Kartellbrüder.

In nur drei, Monaten büßte der Iran rund 17 Prozent seines Ölexportes ein. Den anderen Verkäufern schwer absetzbarer Ölsorten, wie Kuwait, Katar und der Irak, erging es nicht besser. Nur Libyen, Algerien und Nigeria konnten den Absatz ihrer hochwertigen Leichtöle trotz Preisaufschlag steigern.

Währenddessen schwoll das Geschäft mit billigem Öl aus Ras Tanura, dem Umschlagplatz des Königreiches, an. Statt 8,5 Millionen Faß Öl flossen im Mai dieses Jahres Tag für Tag zehn bis elf Millionen Faß (rund 1,5 Millionen Tonnen) in Tankerbäuche. Weil sie befürchteten, daß sich das Opec-Kartell über kurz oder lang doch gegen die Saudis durchsetzen würde, deckten sich die amerikansichen Ölkonzerne bis an den Rand ihrer Vorratslager mit saudischem Discountöl ein,