„Man treibt nicht ungestraft Entwicklungshilfe“, kommentiert DIHT-Präsident Otto Wolff von Amerongen die von der Stahlbranche wortreich beklagte Konkurrenz aus Drittländern. Der Stahlhändler und Stahlhersteller (Neunkircher Eisenwerk) nüchtern: „Wir haben ja auch Drittländer mit Stahlwerken ausgerüstet, zum Beispiel China, Polen und Spanien.“

Eine Lanze brach er auch für die japanische Konkurs renz. „Die ist nicht so stark, wie andere es herausstellen.“ Wolff sieht vielmehr als Grund für die europäische Stahlmisere strukturelle Probleme; denn teilweise würde in Europa zu kostenungünstig produziert.

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Die Appelle von Bundeskanzler Heimat Schmidt und seinem Arbeitsminister Herbert Ehrenberg, vermögenswirksam angelegte Beträge nach Ablauf der Sperrfrist zur Ankurbelung der Konjunktur in den Konsum zu stecken, sind nicht nur bei den Sparern, sondern auch bei Philip Rosenthal auf taube Ohren gestoßen. Der Porzellanfabrikant und SPD-Abgeordnete aus Selb, der seit 1963 die Vermögensbildung der Arbeitnehmer aktiv fördert, verspricht allen Mitarbeitern der Rosenthal-Gruppe sogar eine Prämie von 20 Prozent in Form von Rosenthal-Aktien, Concentra- oder Dekafonds-Anteilen, wenn sie dem Rat des Kanzlers nicht folgen, sondern die freiwerdenden Beträge wieder für sechs Jahre anlegen.

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Rudolf Bossle, Boß der Deutschen Nestlé GmbH, ist fest entschlossen, seinen Kaffee-Krümeln Recht zu verschaffen. Zwar wurde ihm soeben vom Hamburger Landgericht untersagt, in der Werbung „den direkten Preisvergleich zwischen einer Tasse löslichen Kaffees mit einer Tasse Bohnenkaffee“ zu unternehmen, aber Nestlé will nicht aufgeben.

Das Frankfurter Unternehmen (Marke: Nescafé) hatte mit seiner vergleichenden Werbung vor, („eine Tasse sofortlöslicher gefriergetrockneter Kaffee 12,8 Pfennig, eine Tasse Röstkaffee 16,3 Pfennig“), von den beträchtlichen Preissteigerungen am Röstkaffeemarkt zu profitieren. Das hatte hingegen den Hamburger Bohnenröster Tchibo geärgert. Wenn die Urteilsbegründung – in etwa drei Wochen – vorliegt, wird das Frankfurter Nahrungsmittelunternehmen seine weitere Strategie festlegen. Die nächste Instanz ist das Oberlandesgericht in Hamburg.