Streng ging die Jury des Wettbewerbs „Reporter der Wissenschaft“ in diesem Jahr mit den Kandidaten um: 1. Preis – 3000 Mark – wurde nicht vergeben. Dafür gab’s zwei 3. Preise. Klaus Heim ein 30jähriger Diplom-Psychologe aus Allensbach, gewann mit seiner Arbeit „Soziale Folgen der Kastration bei Sexualstraftätern“ den mit 2000 Mark dotierten 2. Preis. Der Student der Physikalischen Chemie, Rainer Käthe, 29, aus Hamburg errang mit seinem Artikel „Machen wir’s den Pflanzen nach“ den 3. Preis und damit 1000 Mark. Rainer Köthe ist freier Mitarbeiter der ZEIT; seine preisgekrönte Arbeit erschien in der ZEIT Nummer 10/1977. Ebenfalls einen 3. Preis und 1000 Mark erhielt der 26jährige Peter Schettler aus Frankfurt für seinen Artikel „Reaktorbrennstoff durch Laserstrahlen“. Ein Sonderpreis „Forschung und Technik im Dienst der Medizin“ (1000 Mark) wurde an Marlies Müller-Escherich aus Deisenhofen vergeben. Hans-Christian Gunga aus Lippstadt gewann den Sonderpreis „Rundfunk“, Anke Hetzer aus Bonn den Sonderpreis „Tageszeitung“ (je 1000 Mark). Das Kölner Institut für Publizistik stiftete außerdem einen Förderpreis über ebenfalls 1000 Mark, der an den 16jährigen Schüler Dieter Born aus Monheim ging. Der Wettbewerb „Reporter der Wissenschaft“ wird alljährlich vom Bundesministerium für Forschung und Technologie zusammen mit dem Bundespresseamt veranstaltet und von der Stiftung „Jugend forscht“ organisiert. Aufgabe für die Teilnehmer: Ein wissenschaftliches Thema journalistisch darzubieten. Wer am 1. März 1978 (Einsendeschluß) noch keine 30 Jahre alt ist, kann sich an der Ausschreibung für nächstes Jahr beteiligen. Anschrift: Stiftung Jugend forscht e. V., Notkestraße 85, 2000 Hamburg 52.

Eisberge stellen auch heute noch für die Schifffahrt eine ernste Gefahr dar. In der Arktis bilden sich pro Jahr etwa 16 000 Eisberge, vorwiegend in den Gewässern um Grönland, und etwa die Hälfte davon treibt in den Nordatlantik hinaus. Seit dem Unglück der Titanic 1911 überwacht die amerikanische Küstenwache die Entstehung und die Drift der Eismassen. Die Verfolgung eines bestimmten Eisbergs ist allerdings schwierig, denn in den wärmeren Teilen des Ozeans schmilzt das Eis, der Berg verändert seine Form, verlagert seinen Schwerpunkt und bietet jeden Tag einen anderen Anblick. Kürzlich aber bot sich den Wissenschaftlern eine günstige Gelegenheit: ein tafelförmiger Eisberg, im Südatlantik häufig, im Nordatlantik hingegen sehr selten, konnte 25 Tage lang verfolgt werden. Die Veränderungen durch das Schmelzen und die Erosion der Wellen würde in Photoserien festgehalten. Die Auswertung der Aufnahmen soll den Wissenschaftlern erlauben, nun auch das Schicksal anderer Eisberge vorherzusagen.