Von Karin Mecklenburg

Die kulinarische Entdeckung der Zuckerhutstadt Rio de Janeiro beginnt mit einem Informationscocktail an der Hotelbar. Eine ganze Reihe von „Batida“-Drinks stehen zur Auswahl: Pastell färben – von Rosa bis Kakaobraun oder klar mit gestoßenem Eis oder undurchsichtig mit Kondens- oder Kokosmilch.

So unterschiedlich sich diese Cocktails auch präsentieren, sind sie doch alle nach dem gleichen Grundrezept entstanden: frischer, gepreßter Fruchtsaft, „Cachaça“ (brasilianischer Zuckerrohrschnaps) und Zucker werden im Shaker mit Eis gemixt. Die erfrischenden Cocktails mit der umwerfenden Wirkung kosten zwischen einem und zehn Cruzeiros (15 Pfennig bis 1,50 Mark).

In Rio gibt es an fast jeder Straßenecke eine „Batida“, in der durstige Stadt- und Strandbummler im Stehen schnell einen Drink zum Aufmöbeln zu sich nehmen oder auch einen alkoholfreien Obstsaft (suco) trinken. Auch bei den Sucos ist die Auswahl groß und es lohnen Experimente. Wann hat man schon Gelegenheit, für weniger als 30 Pfennig den Saft frischer Passionsfrüchte (maracuja), Tamarinden (tamarnido) oder Limonen (caipirinha) zu trinken.

Für entscheidungsschwache Suco-Trinker gibt es noch die Möglichkeit, einen Tutti-frutti aus Früchten quer durch den Obstgarten zu bestellen. Nahrhaft und wohlschmeckend sind auch die Vitaminis: Milchmixgetränke mit brasilianischen Früchten.

Im „bip bip“ in Rios Schickeria-Viertel Ipanema in der Rua Visconde de Piraja, Ecke Rua García Davila gibt es wohl die verrücktesten Mixturen der Stadt. Der Barkeeper mischt Orangen- und Zitronensaft mit Avocadostücken, Kondensmilch, Zucker, Wodka und Gin zusammen und nennt das Ganze „Apollo XI“.

Hinter „Xixi d’Anjou“ (wenn Englein mal müssen ...) verbirgt sich der Saft von frischen Erdbeeren, Passionsfrüchten und Ananas, ein Schuß Kondensmilch, Zucker und wiederum Wodka zu gleichen Teilen.