Ein auch in Deutschland viel gespielter

Autor: Athol Fugard

Von Jörn van Dyck

Ein Porträt

Unter den in den letzten Jahren bekanntgewordenen ausländischen Dramatikern ist der Südafrikaner Athol Fugard der zur Zeit am meisten beachtete, am häufigsten gespielte. An verschiedenen Bühnen in Deutschland wurden bisher sieben Arbeiten von ihm vorgestellt, „Hallo und Adieu“ in Berlin, „Boesmann und Lena“ in Köln, „Aussagen...“ in Düsseldorf, „Die Insel“ in Hamburg, „Blutsbande“ in Köln.

Fugards Stücke sind Beschreibungen, keine Kampfansagen. Es sind Schilderungen von Menschen in einer Umgebung, die es nicht zuläßt, daß man als Mensch leben kann. Leid ist Kernpunkt aller Themen. Erst danach kommen als kausale Wirkung Sozialkritik oder der politische Standort zur Sprache. Genaue Beobachtung menschlicher Verhaltensweisen führt zur Einsicht in die politische und soziale Wirklichkeit der Gesellschaft. Über Träume lernt man den Mangel kennen.

Athol Fugard wurde am 11. Juni 1932 in Middelburg geboren, einem kleinen Dorf der Karroo-Region, in Südafrika. Seine Eltern besaßen dort eine Gemischtwarenhandlung. Später zogen sie nach Port Elizabeth, dem aufstrebenden Industriehafen am Indischen Ozean.