Trauriges Nachspiel

Vor einem Jahr, in der Nacht zum französischen Nationalfeiertag, wurde der ehemalige SS-Oberst Joachim Peiper nach einem Brandanschlag in den rauchenden Trümmern seines Hauses im Dorfe Traves tot aufgefunden. Vorausgegangen war eine kommunistische Kampagne gegen den angeblichen „Kriegsverbrecher“. Doch der Leidensweg seiner in Deutschland wohnenden Familie fing nun erst recht an – auf beiden Seiten der Grenzen forderte der heilige Bürokratius seinen Tribut. Kriminalbeamte beschatteten die Wohnung, die Post wurde kontrolliert, die Freunde wurden verhört. Das Auswärtige Amt, an das sich die Familie um Hilfe gewandt hatte, ließ wochenlang nichts von sich hören. Erst Ende März wurde die Leiche von den Franzosen freigegeben und nach München übergeführt, doch ohne Sterbeurkunde. Die Staatsanwaltschaft ließ die Leiche beschlagnahmen, damit ein Identifizierungsverfahren möglich wurde. Doch im Gerichtsmedizinischen Institut machte man eine schlimme Entdeckung: Wichtige Leichenteile fehlten, unter anderem der Kopf. Inzwischen – am 24. Mai – wurde Peiper von einem Gericht in Vesoul doch noch für tot erklärt – nur vergaß man, Familie und Staatsanwalt zu informieren.

Isabel in Nöten

Hat sie oder hat sie nicht? Vor einem Monat dementierte die argentinische Militärjunta, daß Isabel Perón, inhaftierte Ex-Präsidentin, einen Selbstmordversuch unternommen habe. Jetzt ließen die Generale einen Bericht passieren, daß sie nach einem Suicidversuch (mit Schlaftabletten) unter psychiatrischer Überwachung stehe, die „Depressionen und Selbstzerstörungstendenzen“ ergeben habe. Allerdings, so heißt es weiter, weigere sie sich, einen katholischen Geistlichen zu empfangen. Gegen Isabel Perón ist Anfang des Monats die erste Anklage wegen Unterschlagung und Veruntreuung erhoben worden.

Spion am Telephon

Der Feind sitzt im eigenen Land: An wenigstens sechs Orten der USA, so behaupten amerikanische Behörden, ist es den Sowjets gelungen, sich in die Fernsprechverbindungen der Vereinigten Staaten einzuschalten. Mehr als zwei Drittel aller US-Ferngespräche werden über Funk abgewickelt, und mit empfindlichen Empfängern können die Russen – wie auch Amerikaner – diese Funkkanäle abhören. Die aufgefangenen Gespräche werden per Computer in Osteuropa ausgewertet. Einen absolut sicheren Schutz gegen diese Art von Spionage gibt es nicht; schon ein halber Schutz durch Codierapparate würde Milliarden Dollar kosten.

Technik zum Töten