Die Abgeordneten der Beiden für die Verteidigung und die Verteidigungsgelder (Haushalt) zuständigen Bundestagsausschüsse werden sich dieser Tage über eine Pressemeldung aus Amerika wundern. Danach möchte der Schah von Persien sieben Flugzeuge des amerikanischen Frühwarnsystems AWACS (Airborne Warning and Control System) kaufen.

Das Aufklärungssystem, dessen Einführung auch in der Nato angestrebt wird, aber wegen hoher Kosten sehr umstritten ist, dient der Früherkennung feindlicher Truppenaufmärsche aus großer Höhe.

Worüber sich die Parlamentarier wundern müßten, hat weniger mit dem kaiserlichen Begehren nach modernsten Waffensystemen zu tun, sondern mit dem Preis, der bei dem geplanten Geschäft im Gespräch ist. Die sieben Maschinen sollen nämlich 1.2 Milliarden Dollar kosten, umgerechnet etwa 2,8 Milliarden Mark. Der Stückpreis läge damit bei 400 Millionen Mark.

Er kommt sehr nahe an den Preis heran, den die ZEIT im Frühjahr. (Nr. 12 v. 11. 3. 1977) genannt hatte, während das Verteidigungsministerium den Bonner Abgeordneten noch einen. Stückpreis von rund 160 Millionen Mark vorgaukelte. Es wäre an der Zeit, daß die Abgeordneten sich nach den jüngsten Meldungen über AWACS für Persien von Verteidigungsminister Georg Leber reinen Wein einschenken ließen.

Bei der Deutschen Postgewerkschaft in Frankfurt wartet man. nur darauf, daß sich mal eines von den vielen erfinderischen Gewerkschafts-Mitgliedem über den höchst geschäftstüchtigen Postminister Kurt Gscheidle beschwert. Grund dazu hätte, nämlich mancher, der sich erfinderische Gedanken macht und seine Erfindung dem Minister für ein Taschengeld überlassen muß.

Gscheidle nannte kürzlich einige auf Schluß reiche Zahlen, In den letzten fünf Jahren haben ihm Verbesserungsvorschläge seiner Mitarbeiter zu 12 Millionen Mark Einsparungen verhelfen. Der Verbesserungsvorschlag des Wuppertaler Fernmeldeamtmannes Egon Schmidt brachte ihm eine Einsparung in Höhe von 164 000 Mark.

Die von Gscheidle ausgeworfene Erfolgsprämie für den Tüftler fiel vergleichsweise bescheiden aus. Er bekam außer Urkunde, Händedruck und Lächeln des Ministers eine Einmal-Prämie von 5000 Mark – rund drei Prozent vonGscheidles Nettogewinn. Der Pressesprecher der Postgewerkschaft, Hans Jürgen Beck, meinte denn auch: „Das sollte wirklich besser honoriert werden.“