„...Die ersten Raketen explodierten über der Bucht, und für Sekunden wurde es taghell in der Sabine. Sie löste sich aus seiner Umarmung. ‚Das Feuerwerk!‘ Er griff nach ihr, zog sie wieder an sich. Er war in einer seltsam überdrehten Stimmung; der lange heiße Tag, der Alkohol, der viele Kaffee, das Wiedersehen – sein Körper und sein Kopf hatten ihr eigenes Feuerwerk. ‚Willst du es dir nicht ansehn?‘ fragte sie. – ‚Ich will dich ansehn.‘ – ‚Mich kannst du noch lange genug ansehn.‘ Das laute Knallen und Knistern der explodierenden Feuerwerkskörper drang durch das offene Bullauge. Manchmal war es ganz fern, dann wieder so nah, als würden die Raketen von der ‚Cecilie‘ abgeschossen. Finsternis und Licht wechselten in der Kabine; der Widerschein färbte die Wände: rot, gelb, grün, blau. – Er hatte sie fest im Arm, aber sie drehte den Kopf zu dem offenen Fenster. ‚Es ist mein Feuerwerk. Da geht mein ganzes Geld in die Luft – und ich habe nichts davon.‘ – ‚Aber ich habe was davon. Sei nicht so egoistisch.‘ – ‚Was hast du davon?‘ Er betrachtete sie, ihr Gesicht, ihren nackten Körper, dessen Haut sich mit den Farben wandelte. ‚Ich habe noch nie mit so vielen Frauen auf einmal geschlafen... Mit Silbernen, Roten, Grünen, Violetten.’ – Ihr Kopf sank zurück; einen Augenblick lag sie reglos. Dann war sie es, die sich an ihn drängte, die ihn suchte, die ihn anspornte, antrieb, die ihn sich ausgeben ließ ... ‚Welche‘, sagte sie nachher leise an seinem Ohr, ‚welche war es diesmal von den vielen?‘

– ‚Die Violette, glaube ich...“