US-Astronomen haben möglicherweise die Geburt eines Planetensystems beobachtet. Zwar wurde das kosmische Objekt mit der Bezeichnung MWC 349 schon vor 40 Jahren im Sternbild Schwan entdeckt. Aber erst jetzt haben Untersuchungen mit dem 225-Zentimeter-Infrarot-Fernrohr der Steward-Sternwarte in Arizona die wahre Natur des Objekts enthüllt: eine flache, diskusförmige Scheibe aus helleuchtenden Gasen, wahrscheinlich erst 1000 Jahre alt und jetzt in einem Zustand wie unser Sonnensystem vor ungefähr fünf Milliarden Jahren. Die Helligkeit von MWC 349 nimmt rapide ab, etwa um ein Prozent im Monat – ein Indiz dafür, daß die leuchtende Gaswolke schnell kleiner wird und die Helligkeit entsprechend abnimmt. Messungen des Lichtspektrums von Bord eines hochfliegenden Flugzeugs aus stützen die These. Es scheint, als seien Planetensysteme keine Ausnahme im All.

Erdbebenvorhersagen durch normale Bürger will USGS, der geologische Dienst der Vereinigten Staaten, mit einer jetzt gestarteten Studie untersuchen. Die Bebenforscher sind interessiert, ob Menschen ebenso empfindsam veranlagt sind wie etwa Schimpansen, bei denen Verhaltensänderungen 24 Stunden vor Erdbeben beobachtet wurden. ZEIT-Leser mit „hellseherischer“ Fähigkeit sollten Jahr, Monat, Tag, Uhrzeit, Ort und Stärke des vorausgesagten Bebens an den National Earthquake Information Service senden. Adresse: Mail Stop 968, Box 25046, Denver Federal Center, Denver, Colo. 80225, USA.

Nichts ist so schlecht, als daß es nicht auch eine gute Seite hätte. So haben US-Wissenschaftler einen Weg gefunden, den vielgeschmähten Lärm des Überschalljets Concorde für die Erforschung der oberen Atmosphäre auszunutzen. Mit einer Batterie hochempfindlicher Mikrophone fangen die Forscher den für menschliche Ohren unhörbaren Infraschall ein, extrem tiefe Töne von weniger als einer Schwingung pro Sekunde. Selbst aus 1000 Kilometer Entfernung und trotz einer Concorde-Reiseflughöhe von 17 Kilometern registrieren die Lauscher die Jetsignale: Der Schall wird von bestimmten Luftschichten in Höhen zwischen 40 und 120 Kilometern reflektiert. Manche Schallwellen laufen bis zu viermal zwischen Luftschicht und Erdoberfläche hin und her, bis sie die Mikrophone erreichen. Aus der genauen Frequenz der empfangenen Wellen läßt sich die Höhe der reflektierenden Schicht errechnen, während der „Klang“ Schlüsse auf Temperatur und Windgeschwindigkeit ermöglicht.

Ein transportables Elemente-Spürgerät, ein sogenanntes Atomabsorptionsspektrometer, ist in den USA in Serienfertigung gegangen. Es ist so groß wie ein Fernsehgerät und mißt in Sekundenschnelle Art und Menge vieler chemischer Elemente in festen, flüssigen oder gasförmigen Materialproben. Das Gerät, von Tetsuo Handrohr am kalifornischen Lawrence-Berkeley-Laboratorium entwickelt, kann allerdings nur Elemente messen, nicht aber chemische Verbindungen. Das Spektrometer erlaubt Geologen zum Beispiel, vor Ort Gesteinsproben auf bestimmte Metalle zu untersuchen, oder aber Umweltschützern, einen bestimmten Schadschoff – wie Quecksilber – sofort ausfindig zu machen.

Wissenschaftler der Universität von Kalifornien haben einen Rollstuhl vorgestellt, der sich besonders für Behinderte eignet, die keines ihrer Glieder gebrauchen können. Das Herz des Geräts ist ein Mikrocomputer, der gesprochene Befehle, etwa vorwärts, langsamer, rechts, versteht und die Motoren des Rollstuhls entsprechend steuert. Er überwacht und unterstützt zusätzlich die Bewegungen des Geräts. Der gezeigte Rollstuhl ist unempfindlich gegen Umweltgeräusche, relativ leicht und verbraucht nur wenig Energie.