Vergessener Widerstand

Die Schüler in der Bundesrepublik werden über den Widerstand im Dritten Reich nur mangelhaft unterrichtet, obschon überreichlich Lehrmaterial vorhanden ist, zum Teil sogar von höchster Qualität. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die Otto-Ernst Schüddekopf, der ehemalige Direktor des Braunschweiger Schulbuchinstituts, für die „Forschungsgemeinschaft 20. Juli“ angefertigt hat. In vielen Lehrplänen, vor allem im Fach politische Bildung, kommt der Widerstand überhaupt nicht vor. In den 49 Lehrbüchern, die zur Zeit benutzt werden, wimmelt es von Fehlurteilen und Mißverständnissen. Kaum oder gar nicht behandelt wird der kommunistische Widerstand (Rote Kapelle, Nationalkomitee Freies. Deutschland), nur dürftig die Aktionen jugendlicher Gruppen. Stauffenburg Wird zwar überall genannt, der Attentäter Elser so gut wie gar nicht. Bezüge zur Gegenwart werden kaum hergestellt, konservative Widerständler nur zu gern als reaktionär abgestempelt.

Um dem Übelstand abzuhelfen, hat die Forschungsgemeinschaft eine Fachkonferenz von Historikern, Politologen und Pädagogen angeregt. Sie sollten einen Lehrplan für alle Schularten entwerfen, einen vollen Text für die normalen Schulbücher an Volks- und Mittelschulen verfassen und ein Kursmodell „Widerstand“ für die gymnasiale Oberstufe ausarbeiten. Bundespräsident Scheel hat dem Versuch seinen Segen gegeben: „In den Schulbüchern einer Demokratie sollte es keine geschichtlichen Tabus geben.“

Korsischer Kampf

Nach „200 Jahren Leiden unter den französischen Ketten“ wollen die komischen Nationalisten die Unabhängigkeit ihrer Insel gewaltsam erreichen: „Die Zeit der Reden und Gespräche ist abgelaufen.“ In vier Tagen sind auf der Insel 26 Bomben explodiert; mit einem Sprengsatz in einem Bahnhof bei Paris hat die Front de Libération Nationale de Corse (FLNC) „den Kampf endgültig in das Land des Feindes getragen“. Doch zum großen Ärger der FLNC wird der Befreiungskrieg nicht registriert: Die korsischen Strände sind voll, die Hotels ausgebucht.

Funk gegen Feinde

Die provisorische IRA (Irisch-Republikanische Armee) ist – wegen Sprengstoffmangels oder der größeren Zielsicherheit oder einer technologischen Mode Wegen – zu einer neuen Taktik übergegangen. Immer mehr Bomben werden per Funk ferngesteuert gezündet. Die Einzelteile sind leicht zu beschaffen, zum Beispiel, in Geschäften, die ferngesteuerte Modellflugzeuge verkaufen. Von Januar bis Mitte Juli 1977 explodierten zwölf solcher „Black-Boxes-Bomben“ in Nordirland. Die britische Armee glaubt, ihre scharfen Kontrollen seien die Ursache: Die IRA müsse den knapp gewordenen Sprengstoff „effektiver“ einsehen.