• Herr Minta, in diesem Jahr dürften im Durchschnitt ungefähr 200 000 Menschen mehr arbeitslos sein als die Bundesregierung und auch die Bundesanstalt für Arbeit in ihren Schätzungen angenommen haben. Werden Sie da mit Ihrem Haushalt noch zurechtkommen?

Minta: Wir haben unserem Haushalt 850 000 Arbeitslose als Jahresdurchschnitt zugrunde gelegt. Wir sind ziemlich sicher, daß wir diese Zahl nicht erreichen werden. Wie weit sie darüberliegen wird, ob um 200 000 oder etwas weniger, kann ich noch nicht prognostizieren.

  • Wie hoch immer sie genau sein wird – wird sie nicht wahrscheinlich schon den diesjährigen Haushalt der Bundesanstalt für Arbeit sprengen?

Minta: Wir werden in den Einnahmen ein Minus haben auf Grund der höheren Arbeitslosigkeit. Wir haben aber, so sieht es aus, in anderen Titeln, etwa beim Kurzarbeitergeld und auch bei den Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen gegenüber unseren Schätzungen ein Plus, so daß wir ziemlich sicher sind, ohne einen Nachtragshaushalt. auszukommen. Vermutlich landen wir etwa bei plus minus Null. Ein kleines Minus könnten wir sogar durch überplanmäßige Ausgaben decken...

  • ... so daß Sie also vom Bund keine zusätzlichen Mittel anfordern müßten?

Minta: Wir werden höchstwahrscheinlich nichts mehr anfordern.

  • Nun müssen Sie aber auch schon Ihr Budget für das nächste Jahr planen. Die Arbeitslosigkeit droht ebenfalls im kommenden Jahr weit über den bisherigen Erwartungen zu liegen. Zeichnet es sich nicht heute schon ab, daß der dreiprozentige Beitrag der Arbeitnehmer zur Arbeitslosenversicherung bald nicht mehr ausreichen wird?