Acht Thesen, acht Widersprüche

Von Hans C. Blumenberg

Dem deutschen Film geht es besser denn je. Der deutsche Film ist am Ende. Der deutsche Film besitzt Weltgeltung. Der deutsche Film ist provinziell. Ohne staatliche Förderung gäbe es keinen deutschen Film. Der deutsche Film wird zu Tode subventioniert. Das Fernsehen hilft dem deutschen Film. Das Fernsehen bringt den deutschen Film um.

Jeder dieser Sätze ist richtig, jeder für sich allein ist falsch.

Dem deutschen Film geht es besser denn je. Das ist richtig, weil es im neuen deutschen Kino eine nicht nur in Europa einzigartige Fülle an individuellen Talenten, Temperamenten und Ausdrucksformen gibt.

Der deutsche Film ist am Ende. Das ist richtig, weil zwar viele ihn loben, aber viel zu wenige ihn sehen.

Der deutsche Film besitzt Weltgeltung. Das ist richtig, weil nicht nur Werner Herzog diese Meinung vertritt, sondern auch Ingmar Bergman und die, Kritiker in Paris, London, New York und anderswo den internationalen Rang von eintasten wie Fassbinder, Herzog und Wenders bestätigen, weil deutsche Filme nach langen Jahren der Dürre auf großen Festivals Preise gewinnen.