Als Idealkonstellation für die Aktienbörse nennt die Hamburgische Landesbank: Zusätzliche Staatsausgaben, Steuerermäßigungen und Abschreibungserleichterungen. Daneben noch eine Senkung der Mindestreserven sowie eine Herabsetzung des Diskontsatzes. Einiges von diesem Wunschkatalog dürfte schon bald verwirklicht werden. Aber – so meint die Hamburgische Landesbank – der Anleger sollte erst disponieren, wenn die Beschlüsse klar auf dem Tisch liegen.

Doch sehr viele Börsianer dürften bis dahin nicht mehr in den Startlöchern zu halten sein. Viele haben sich bereits auf den von der Deutschen Bank vorgezeichneten „Weg zum Jahreshöchststand 1977“ gemacht. Ob der diesjährige Kursgipfel weit über dem bisherigen, im Mai erreichten Höchststand liegen wird, hängt von der Reaktion der Bundestagsfraktionen und der Gewerkschaften auf die zu erwartenden Regierungsmaßnahmen ab. Denn – so meint die Hamburgische Landesbank – ohne kongruente Entwicklung von Löhnen und Produktivität kann das anvisierte wirtschaftspolitische Ziel eines nachhaltigen Abbaus der Arbeitslosigkeit kaum erreicht werden.

Damit ist auch der Rahmen für die Aktienbörse abgesteckt. Eine dauerhafte Kurserholung wird es nur geben, wenn die Gewerkschaften „mitspielen“. Das wird sich schon in den nächsten Wochen zeigen. Wenn nicht, bleiben für die Aktien ausschließlich Renditegesichtspunkte maßgebend – und die bestimmen sich gegenwärtig ausschließlich durch die Zinsentwicklung.

Wenn der Rentenmarkt nach dem Übergang zum Sechsprozenter äußerlich unsicher schien, so darf dies nicht zu falschen Schlüssen verleiten. Potente Rentenkäufer haben in diesen Tagen Kursgewinne mitgenommen. K. W.