„Die Reise nach Las Vegas“, von Ulrich Pothast. Ein Mann der sich „Lover Man“ nennt, und ein Mann, den sie „Cox“ nennen; einer, der gern „ich“ sagt ( „Ich bin freier Therapeut und stolz darauf), und einer, dessen Defekt es ihm nicht gestattet, Fürwörter der ersten Person auszusprechen; einer, der gern redet und sich überschätzt, und einer, der schweigt: der Therapeut und sein Opfer. Beide befinden sich in Pothasts Erstlingsroman auf einer Reise nach Las Vegas, zu einem Kongreß der Therapeuten. Ihnen im Nacken: unnachgiebige Verfolger – Kollegen vom Fach. Im Wechsel zwischen Beschreibung, Dialogzitaten und innerem Monolog erzählt Pothast von einem Motor-Cross der Karrieristen, von einem Wettlauf um den spektakulärsten Fall, den man in Cox vermutet. Deshalb stehlen ihn die Therapeuten sich gegenseitig aus dem Wohnwagen und erproben an ihm „die“ Methode (die jeweils eine andere ist). Ein Abenteuerroman aus der Welt der Psychotherapie? Nur ein Versuch, den amerikanischen Therapiebetrieb zu parodieren. Psychotherapie in Amerika, behauptet Pothast, sei Showbusiness. Die Psychotherapie in Deutschland hat bei der Bevölkerung auf dem flachen Land noch nicht einmal ihre Approbation erhalten. – Ein Buch aus einer anderen Welt. (Insel Verlag, Frankfurt, 1977; 194S., 22,– Mark)

Helmut Schödel