Der Rüstungswirtschaftliche Arbeitskreis bei Verteidigungsminister Georg Leber – eine Gesprächsrunde zwisen Unternehmern der Rüstungsindustrie, Wirtschaftsverbänden und Beamten des Ministeriums – wird nach knapp zweijähriger Pause wieder einmal zusammentreffen, um den üblichen Treff-Turnus – zweimal im Jahr – wieder aufzunehmen. Vorsitzender der Runde ist Daimler-Benz-Chef Joachim Zahn. Das Treffen im Herbst vergangenen Jahres war wegen der Bundestagswahl ausgefallen, das übliche Frühjahrs-Meeting hatte nicht stattgefunden, weil Staatssekretär Karl Schnell noch zu kurz in seinem neuen Amt war.

Als ziemlich sicher gilt, daß Fragen der Rüstungsstand disierung innerhalb der Nato wie aber auch das umstrittene Thema des deutschen Exportverbot für Waffen erörtert werden. Das Exportproblem wird derzeit in der SPD-Fraktion heftig diskutiert.

Nach jüngsten Statistiken hat sich der Export von Rüstungsgütern im vergangenen gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt und zwar von rund einer auf zwei Milliarden Mark. Das waren 0,8 Prozent des gesamten deutschen Exportvolumens (256 Milliarden Mark).

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„Das ist“, sagt Völker Nickel, Sprecher des Zentralausschusses der Werbewirtschaft (ZAW), „von allen Beteiligten eine Instinktlosigkeit.“ Die Instinktlosigkeit betrifft den Fußball-Bundesliga-Star Paul Breitner, der auf einem Plakat für den Zigarettentabak des niederländischen Hersteller Niemeyer Werbung macht – eine Werbung, die von einem der großen deutschen Zigarettenhersteller undenkbar wäre. Denn die heimische Industrie hatte sich in einem freiwilligen Selbstbeschränkungsabkommen jegliche Werbung mit Leistungssportlern, Prominenten und Personen unter 30 Jahren versagt. Immerhin gleich drei Kriterien, gegen die die Selbstdreher-Werbung mit Paul Breitner verstößt.

Der holländische Tabak-Hersteller freilich nutzte eine Lücke. Die Rauchtabakproduzenten nämlich sind dem Selbstbeschränkungsabkommen nicht beigetreten. Gleichwohl fand ein Wettbewerber einen weichen Punkt. Nach Paragraph 22 des Lebensmittelgesetzes darf nicht mit Leitbildern für Jugendliche fürs Rauchen geworben werden. Das umstrittene Plakat wurde abgemahnt. Nun wird es nicht mehr geklebt.

Ob sich Hersteller und Werbeagentur (die Düsseldorfer Team BBDO) mit dem Reklamegag einen Gefallen getan haben, bezweifelt man zumindest beim ZAW, zumal in der „werbepolitischen Situation, in der die Zigarettenindustrie steht“ (Volker Nickel). Soviel ist sicher: Die Fürsprecher, eines totalen Werbeverbots für Zigaretten haben durch die Breitner-Werbung neuen Auftrieb bekommen.