Fast täglich erweitern wir unseren Bekanntenkreis und kommen mit anderen Menschen zusammen. Kinder und Jugendliche machen meist keine großen Umstände und duzen sich. Niemand nimmt an diesem Verhalten Anstoß. Ebenso selbstverständlich ist es auch, daß die jüngere Generation die ältere siezt. Warum? Höflichkeit und Respekt gegenüber Erwachsenen spielen hier eine Rolle. Wenn sich Erwachsene untereinander siezen, kennen sie sich entweder erst kurz oder sie wollen Distanz halten und ihrem Gegenüber nicht zu nahe treten. Wird jedoch die Kommunikation durch die Anrede „Sie“ nicht erschwert? Mit dem „Du“ wäre es leichter, Kontakte zu knüpfen, seine Scheu zu überwinden und offener über Probleme zu sprechen. Doris Schänzel, 17 Jahre

In England wird ja bekanntlich das „von“ als Einheitsanrede verwendet, und vielleicht bedeutet es tatsächlich eine gewisse Entkrampfung der sprachlichen Kommunikation. So hätte sich der Fall der bayerischen Marktfrau, die vor Gericht zu einer enorm hohen Geldstrafe verurteilt wurde, weil sie einen Polizisten mit dem vertraulichen „Du“ angeredet hatte, in England nicht ereignen können. Wenn man es sich also genau betrachtet, spricht alles für die problemlosere, „demokratischere“ Einheitsanrede. Allerdings bedeutete die Abschaffung des „Sie“ in Deutschland einen für viele Menschen unzumutbaren Bruch der Sprach- und damit der Denktradition. Jörg Rosemann, 18 Jahre

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Du oder Sie, das ist eine schwierige Frage. Läßt es sich überhaupt ermöglichen, jeden in allen Lebenslagen zu duzen? Ich glaube nicht. Deshalb empfehle ich diese Zwischenform: Man redet sich mit Vornamen an und siezt sich dabei. Im Büro ergibt das einen Umgangston, der nicht mehr so förmlich und steif ist, trotzdem einen Rest von Distanz erhält.

Christian Ahlschwede, 18 Jahre

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Ja ich bin für’s Duzen. Früher hab ich’s so gemacht und keiner fand etwas dabei. Jetzt bin ich zehn und es ist so kompliziert zu überlegen, wen man siezen muß.