Das Umweltbewußtsein steigt. Diesen Schluß läßt eine internationale Umfrage über das Image von Konzernen zu. Sie heimsen nämlich Minuspunkte ein, weil man ihnen die Verschmutzung von Wasser und Luft ankreidet.

Großunternehmen sind den meisten Menschen ein wenig suspekt: sie haben Macht und Einfluß und eine Kontrolle ihrer Entscheidungen ist schwierig. Diese etwas nebulöse Kritik an den Konzernen haben Meinungsforschungsinstitute in neun Ländern im Herbst vergangenen Jahres auf konkrete Punkte hin untersucht. Interessantestes Ergebnis der jetzt veröffentlichten Befragung: Nicht mehr die traditionelle Kritik an hohen Profiten und Preisen nimmt den ersten Platz ein, sondern die mangelnde Rücksicht der Unternehmen auf die Umwelt.

So kreidete die Mehrzahl der Befragten in der Bundesrepublik, in Frankreich, Schweden, den Niederlanden und Dänemark den Konzernen an, daß sie Luft und Wasser verschmutzen. Nach Angaben des Instituts für Demoskopie Allensbach, das die Umfragen der neun Institute der „International Research Associates“ vorlegte, hatten die Testteilnehmer bei der Frage nach ihrer Kritik an Großunternehmen die Auswahl unter acht Gesichtspunkten. Nur in der Schweiz, den Vereinigten Staaten und in England nannte der größte Teil der Befragten die Gewinnsucht der Konzerne an erster Stelle.

In der Bundesrepublik nahm dieser Kritikpunkt ebenso wie in den Niederlanden, Schweden und Dänemark den zweiten Platz ein. Für die Australier lag er erst an dritter Stelle und für die Franzosen rangierte, er sogar nur auf Platz vier.

Wie wichtig den Deutschen die Verwirklichung der Mitbestimmung ist, zeigt der Prozentsatz der Kreuzchen bei der Frage nach der Vertretung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat. Die Gewerkschaften können sich freuen: fast ein Drittel der Befragten störte sich an der geringen Mitsprachemöglichkeit der Beschäftigten. Innerhalb der Acht-Punkte-Liste stand dieser Vorwurf damit in der Bundesrepublik an dritter Stelle. In allen übrigen Ländern wird diesem Punkt weit weniger Bedeutung beigemessen.

Noch mehr als Profitsucht und Preistreiberei lasten Australier und Franzosen den Unternehmen an, daß sie der Qualität ihrer Produkte zu wenig Beachtung schenken. Vor allem die Australier scheinen darin Anlaß zu Klagen zu sehen. Sie nannten diesen Vorwurf am häufigsten. Aber auch in Frankreich, Großbritannien, der Schweiz und in den Vereinigten Staaten störten sich jeweils rund 50 Prozent der Befragten an der mangelnden Qualität der Produkte von Größunternehmen. In all diesen Ländern nimmt die Kritik an mangelhafter Qualität den zweiten Platz in der Minusskala ein.

Auch in der Sicherheit der Produkte sehen viele einen Grund zur Beanstandung. In Frankreich, den USA und Australien wirft knapp die Hälfte der Befragten den Konzernen vor, sie achteten zu wenig auf die Sicherheit ihrer Produkte.