In der Bundeshauptstadt hat Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs für die Art und Weise, in der er seinen Abschied aus der Politik bekanntgegeben und verbrämt hat, mancherlei herbe Kritik zu hören und zu lesen bekommen. Doch auch in seinem künftigen Wirkungskreis, der Kreditwirtschaft, wird der designierte Vorstandssprecher der Dresdner Bank AG noch so manchen Skeptiker überzeugen müssen. Die ersten Stellungnahmen seiner neuen Bankierskollegen klangen jedenfalls zum Teil sehr unfreundlich.

Einer verstieg – sich gar zu dem düsteren Ausspruch, mit Friderichs nähere sich dem Kreditgewerbe ein „Hankel on the higher level“ – eine böse Anspielung auf den bei der Hessischen Landesbank gescheiterten früheren Bonner Währungs- und Kreditexperten Wilhelm Hankel. Ein führender. Landesbankier, ein Konkurrent mithin aus dem öffentlich-rechtlichen Bereich, meint kaum weniger rüde: „Uns kann die Entscheidung für Friderichs nur recht sein.“

Zweifellos spricht aus solchen Äußerungen sehr viel Konkurrentenmißgunst. Denn hinter der vornehmen Fassade der Bankenwelt geht es bisweilen sehr ruppig zu. Immerhin gibt es auch prominente Stimmen, die Friderich’s Vorzüge preisen: etwa seine hervorragende internationale Personalkenntnis und seine speziellen Kontakte in die geldträchtigen Gebiete des Nahen und Mittleren Ostens. „Nur ein bißchen Englisch müßte er noch lernen“, meint ein Top-Bankier – in der Tat weist Friderichs hier einen Mangel auf, der für Spitzenvertreter seines künftigen Gewerbes unüblich ist; Friderichs’ ermordeter Vorgänger Jürgen Ponto beherrschte die englische Sprache vorzüglich.

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Der europäische Fernmeldesatellit OTS war bereits über dem Westatlantik verglüht, als die Bonner Journalisten die Mitteilung erreichte, OTS sei „erfolgreich gestartet“, und „damit habe die europäische Industrie ihre Leistungsfähigkeit auch auf diesem technologisch bedeutungsvollen Gebiet eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Das gelte insbesondere auch für die deutsche Weltraumindustrie, die an diesen multinationalen Projekten führend beteiligt ist...“

Hans Matthöfer, der die Klaviatur der Öffentlichkeitsarbeit mit einer Emsigkeit bearbeitet wie kaum ein anderer Bonner Minister, hat sich bekanntlich zu früh gefreut. Wer besoncers oft in die Schlagzeilen kommen will, fällt halt manchmal auf. die Nase. Nach wie vor sind CDU-Sozialausschüsse (CDA) ein politischer Verein fast ohne Finanzen. Denn ganz offensichtlich spielt der von Norbert Blum abgelöste frühere CDA-Vorsitzende und noch amtierende Vorsitzende der Jakob-Kaiser-Stiftung – sie finanziert die CDA –, Hans Katzer, auf Zeit. In der vergangenen Woche wollten er und sein Mitstreiter Hermann Josef Russe mit Blüm und dessen Kombattanten Wolfgang Vogt ein Gespräch über die Klärung der CDA-Finanzen führen; doch dieses Gespräch kam nicht zustande. So kommt es, daß Blüm zwar den Vorsitz der CDU-Arbeitnehmerorganisation innehat, sein Rivale Katzer aber auf dem Geld sitzt. Noch ist Blüm praktisch nur auf die CDA-Mitgliedsbeiträge angewiesen, doch die sind, wie es heißt, kaum der Rede Wert.

Eine Lösung ist indes nicht ausgeschlossen – notfalls eine Lösung gegen Katzer. Denn wie man hört, überlegen sich die neuen CDA-Herren bereits Möglichkeiten, ihren Verein von der Jakob-Kaiser-Stiftung abzunabeln. Die Gründung eines neuen Auffangbeckens für Spenden und andere Finanzmittel wäre dann die logische Konsequenz.