DIE ZEIT

Union ohne Kopf

Franz Josef Strauß ist unzufrieden: Er hält die Union für schlecht geführt, wenn nicht gar für kopflos. Anders ist seine Aufforderung kaum zu verstehen, die Opposition müsse "schonungslos sich selbst gegenüber" darüber nachdenken, wie ihre Erfolgschancen zu verbessern seien.

Brutale Absicht

Die Nachrichten über Hinrichtungen in China beschwören die Düsternis der fünfziger Jahre, als in jedem Dorf mit sogenannten Konterrevolutionären abgerechnet wurde – ein Stück blutiger Frühgeschichte, das in den Annalen und Museen der Volksrepublik keinesfalls verschwiegen wird.

Warnsignal

Einem Waffenembargo gegen Südafrika stimmt die Bundesrepublik zu, weitergehenden Sanktionen aber nicht. Wie die übrigen westlichen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats will Bonn die Buren nicht völlig verprellen.

Erstarrt nach sechzig Jahren

Sechzig Jahre nach der Oktoberrevolution bietet die Sowjetunion der Welt das Bild einer erstarrten Großmacht. Der revolutionäre Antrieb ist erloschen, verkümmert zu einer monoton wiederholten Rechtfertigungsliturgie.

Gerüchte um Titos Frau: Aus Zorn zur Hausfrau degradiert

Was ist los mit Jovanka? Jugoslawien kennt, so scheint es, gegenwärtig kein anderes, ähnlich bewegendes Thema. Welche Ergebnisse Josip Broz Tito von seiner Reise nach Moskau, Peking und Pjöngjang mitbrachte, interessiert die Öffentlichkeit weniger als die Tatsache, daß er allein gereist war und daß seine Frau Jovanka ihn nicht einmal bei der Heimkehr begrüßt hatte.

Zeitspiegel

Für 435 000 Mark soll das Bundesjustizministerium am Haupteingang Sicherheitsschleusen und Sicherheitszellen erhalten. Bisher wird das Amt von bewaffneten Wächtern und Stacheldraht geschützt.

Worte der Woche

"Zu sagen, wo gehobelt wird, fallen Späne, und Befreiungsbewegungen als Terroristen zu bezeichnen, das ist ein politischer Striptease, und wenn man ihn verfolgt, ist das, was man sieht, nicht mehr schön.

Deutsch-deutsche Verhandlungen: Behutsam kleine Schritte

Nach mehr als anderthalbjähriger Pause kommen die Verhandlungen zwischen beiden deutschen Staaten wieder in Gang. In der vergangenen Woche führte Staatssekretär Gaus im Ost-Berliner Verkehrsministerium ein Gespräch über den Ausbau der Autobahn-Grenzübergänge bei Helmstedt/Marienborn und Herleshausen/Wartha; in dieser Woche wird über ein Veterinärabkommen mit der DDR verhandelt.

Wolf gang Ebert: Keine Satire!

Ein Wort in eigener Sache: Ich war stets gegen jede Form von Gewalt und lehne den Terrorismus ab! Darum bin ich auch gegen Rahmenrichtlinien und Konflikterziehung.

Bischofskonferenzen: Marx plus Paulus?

Wieder zunehmende "Nachfrage nach Gott" glaubt die römische Synode von über neunzig katholischen Bischofskonferenzen der Welt nach vier Konferenzwochen feststellen zu können.

Polen: Nichts geht mehr ohne die Kirche

Erfolg und Mißerfolg liegen im politischen Alltag oft nah beieinander; selten aber werden beider Früchte zugleich geerntet. So geschah es beim zweistündigen Gespräch zwischen Parteichef Edward Gierek und dem polnischen Kardinalprimas Wyszynski am 20.

Kernfrage Kernenergie

Der Wissenschaftler Sir Brian Flowers hat die britische Regierung aufgefordert, vor einer Entscheidung über den Schnellen Brüter die Frage der Wiederaufbereitung und Endlagerung radioaktiver Abfälle zu klären.

Millionen-Scheidung auf französisch

Frankreichs KP hat die große Propagandamaschine angeworfen. Nicht weniger als zehn Millionen Franc (fast fünf Millionen Mark) wollen die Kommunisten ausgeben, um in einem Feldzug ohnegleichen den Fehlschlag des Linksbündnisses mit Sozialisten und Linksliberalen zu erläutern.

DOKUMENTE ZUR ZEIT: "Es scheint weit gekommen..."

"Zum Thema Terrorismus möchte ich über die Geschehnisse der letzten Tage hinaus noch ein paar Bemerkungen über das machen, was man mit geistigem Hintergrund benennt oder als "Sympathisantentum‘ denunzieren will.

Wachsende Kritik an Jimmy Carter

Der Kongreß ist widerspenstig, die Öffentlichkeit beginnt zu zweifeln, und die republikanische Opposition spricht bereits frohlockend von einem Präsidenten, der nur eine Amtsperiode überstehen werde – Jimmy Carter steckt in ernsthaften Schwierigkeiten.

BONNER BÜHNE:: Würdeloses Fahrrad?

Vieles, was sonst eine große Rolle gespielt hätte, ist in diesen Terrorwochen fast völlig unbeachtet geblieben. Zum Beispiel die Empfehlung, daß Sozialdemokraten zur Bewahrung ihrer Regierungsfähigkeit bereit sein müßten, "mit manchen ihrer programmatischen Forderungen und Zielsetzungen ganz behutsam umzugehen".

Eine Chronik des Terrors

Die Bundesregierung werde, so ihr Sprecher Klaus Bölling Ende September in dieser Zeitung, in einer Art Wiedergutmachung für die "Nachrichtensperre" der Öffentlichkeit ihre Bemühungen um die Freiheit von Hanns-Martin Schleyer dokumentieren.

Das Drama der 45 Tage

Aus der Dokumentation der Bundesregierung zu den Entführungsfällen Schleyer und "Landshut"

Hochschulpolitik: Die Uni hat noch Stühle frei

Anfragen "zur zukünftigen Stellenbewirtschaftung im Bereich der Universitätskliniken Marburg" – bisher Dauerbrenner der CDU-Opposition – können im Wiesbadener Kultusministerium jetzt zu den Akten gelegt werden.

Turnier für den Amtsschimmel

Die Bürokratie hat es nicht leicht heutzutage. Gäbe es jene nicht, die zu verwalten ihre Aufgabe ist, die Menschen und deren Umwelt, hätte die Verwaltung ein problemloses Dasein.

Wehrdienstverweigerer: Kontakt-Sperre

Die Diakonissen des fränkischen Mutterhauses in Puschendorf bei Nürnberg waren überrascht. Der Grund war ein amtlicher Brief des Kölner Bundesamtes für Zivildienstleistende, mit dem die Bitte der Puschendorfer Schwestern, Ersatzdienstler zur Aushilfe in ihr Freizeitheim zu entsenden, kurz und bündig abgelehnt wurde.

Schulstreß: Herzklopfen

Schulstreß ist ein gängiger Begriff geworden, obwohl man weder genau weiß, welche Ursachen er hat, noch, wie man ihn beseitigen kann.

Zeitgeschichte: Viel Wirbel um den Hitler-Sohn

Wieder einmal wußte Bild, was seinen Millionen Lesern frommt: Mit großer Schlagzeile verbreitete es die Kunde von Hitlers verlorenem und wiedergefundenem Sohn, die zuerst Sunday Times auf Grund einer Indiskretion an die große Glocke gehängt hatte.

Lockruf des Dirigismus

Ehrlich währt am längsten, dachten sich wohl die Mitglieder der FDP-Wirtschaftskommission und setzten an den Schluß ihrer für den Parteitag in Kiel vorbereiteten Thesen zur Arbeitsmarktpolitik die Warnung: "Die Liberalen wollen den Bürgern nicht verschweigen, daß auch bei Einsatz aller beschäftigungspolitischen Maßnahmen Vollbeschäftigung für die Wirtschaftspolitik kein leicht zu erreichendes Ziel ist.

Krach im Luftkartell

Alitalia will mit Kampf preisen die anderen Fluglinien auf dem Nordatlantik unterbieten

Bonner Kulisse

In Bonn und den Ländern hat eine Prüfung begonnen, die rund 2000 gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften das Fürchten lehrt.

Friedhelm Gröteke aus Mailand: Tadelloser Schuldner

Schon nächstes Jahr", so frohlockt Edwin Yeo, Vizepräsident der First National Bank of Chicago, "könne Italien wieder auf den Weg des Wohlstandes zurückfinden, den es in den fünfziger und sechziger Jahren gegangen ist".

Joachim Nawrocki zum Streit um den Valium-Preis: Auf der langen Bank

Der Rechtsstreit zwischen dem Bundeskartellamt und Hoffmann-LaRoche zieht sich in unerträglicher Weise in die Länge. Bereits im Herbst 1974 hatte das Bundeskartellamt in einem Mißbrauchsverfahren dem Schweizer Pharma-Konzern aufgetragen, die Preise für Beruhigungsmittel – für Valium um vierzig Prozent und für Librium um 35 Prozent – zu senken.

Großbritannien: Steigendes Pfund

Der Verfall des Pfundes in den letzten 45 Jahren war das Spiegelbild der wirtschaftlichen Leistung Großbritanniens. Der letzte Oktobertag 1977 war in dieser Geschichte des Elends ein Meilenstein.

Der Constantin-Report

Es ist ein Filmstoff: Der erfolgreiche Finanzier aus der Provinz, verheiratet mit einer auf Karriere hoffenden Schauspielerin, kauft sich ins Filmgeschäft ein.

Liberale Wirtschaftspolitik: Die fünf Todsünden

Der Disput über die Arbeitslosigkeit, so unübersichtlich er manchmal erscheint, läßt sich auf wenige Grundmuster reduzieren: Das erste Grundmuster stammt aus den dreißiger Jahren.

Wanderer zwischen den Fronten

Der erste Luftwaffeninspekteur nach Zweiten Weltkrieg, Vier-Sterne-General Josef Kammhuber, reagierte verletzt, als ihm nach seiner Pensionierung nachgesagt wurde, er habe sich als Lobbyist in der Industrie verdingt.

Italien: Macht Fiat das Rennen?

Rinaldo Ossola, italienischer Minister für Außenhandel, ist mit dem Ergebnis seines 14. Auslandsbesuches hoch zufrieden. Aus Algier bringt er die größten Auftragschancen für Italiens Industrie mit: Es geht um 4000 Milliarden Lire (10,8 Milliarden Mark).

Schleyer-Stiftung

Die Stiftung soll mit seinem Lebenswerk verbunden sein und die Ideen seines Wirkens weitertragen. Hanns-Martin Schleyer hat für unseren Staat im Geiste von Toleranz, Humanität und sozialer Gerechtigkeit gewirkt.

Verbannung aus dem Welthandel?

Der Beifall der Fraktion war ihm gewiß. Denn Egon Bahr, Bundesgeschäftsführer der SPD, nahm vor dem Bundestag in der vergangenen Woche einen vertrauten Vorschlag auf: "Wir sollten uns auch nicht weigern", so sagte er,-zum Thema Südafrika, "zusammen mit unseren Verbündeten die Möglichkeit ten eines Handelsembargos zu erwägen.

Zeitraffer

In fast allen westlichen Industrienationen gehört die Jugendarbeitslosigkeit zu den größten Problemen. Allein, in der Europäischen Gemeinschaft sind gegenwärtig mehr als zwei Millionen junge Menschen unter 25 Jahren ohne Arbeitsplatz.

Aktien Seller

In einem insgesamt lebhafteren Markt konnten VW-Aktien ihre Spitzenstellung behaupten. Dazu haben umfangreiche Kaufaufträge aus dem Ausland beigetragen.

Manager und Märkte

Staatssekretär Martin Grüner aus dem Wirtschaftsministerium, zugleich Koordinator für die Luft- und Raumfahrtindustrie, signalisierte die Bereitschaft, dem notleidenden Luftfahrtunternehmen VFW-Fokker in Bremen zu helfen.

Sowjetunion: Moskau will die Wandervögel fangen

Sowjetische Wirtschaftspolitiker plagen gegenwärtig ganz andere Sorgen als ihre Kollegen im Westen. Während hier Millionen Arbeitslose auf Beschäftigung warten, herrscht in der UdSSR ein zunehmender Mangel an Arbeitskräften.

ZEIT spart Geld

Nach einer Anordnung des Bundesaufsichtsamtes für das Versicherungswesen muß bei der Ausnahme eines Versicherungsantrages durch den Vertreter dem Antragsteller eine Durch-/Abschrift des Versicherungsantrages kostenlos ausgehändigt oder unverzüglich übersandt werden.

Hessische Landesbank: Poker in Genf

Die Genfer reagierten sauer. "Eine skandalöse Fehldarstellung", so schimpften die Vergleichsverwalter der Genfer Banque de Credit International (BCI) bereits im Sommer über den Versuch der Hessischen Landesbank (HLB), mit einem nicht ganz eindeutigen Pressecommunique den "falschen Eindruck zu erwecken, die Angelegenheit sei erledigt".

Die Löhne entscheiden

Die deutschen Aktienkurse sind seit Jahresbeginn um etwa acht Prozent gestiegen. Rechnet man noch die durchschnittliche Dividendenrendite hinzu, kommt man auf einen zweistelligen Gewinn.

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