Wie kommt es eigentlich, daß gewisse Politiker, die den Terror bei uns verabscheuen, so häufig in Länder reisen, die im Ruf stehen, von Terror-Regimen beherrscht zu werden? Keineswegs, Weil sie für so ein Regime besondere Sympathien hegen, sondern nur, weil sie Kunden der Reise-Agentur Inter-Antiko sind, die ihnen besonders verlockende Angebote macht.

Kürzlich betraten wieder zwei prominente Politiker das Büro dieser Agentur; sie wurden sofort zum Chef, Herrn Manders, geführt, der seine beiden Stammkunden freundschaftlich begrüßte. „Erst mal zu Ihnen, Herr Strauß. Mal sehen, was wir für Sie Schönes haben. Südafrika, Rhodesien? Ach, da waren Sie ja eben erst. Spanien, Portugal und Griechenland sind ja wohl jetzt kaum noch für Sie interessant.“ „Schade“, sagte Strauß bedauernd, „in diesen Ländern habe ich mich früher besonders wohl gefühlt.“

„Ja, aber seit diese neuen Leute am Ruder sind“, räumte Herr Manders ein, „haben wir von dort für Sie keine reizvollen Angebote bekommen. Außerdem schützen Sie doch sicher solche Länder mehr, wo Ruhe und Ordnung herrschen. Wie wäre es denn mal wieder mit China? Schon damit Ihnen keiner nachsagen kann, daß Sie ein Kommunistenfresser sind. Bei der Gelegenheit könnten Sie auch gleich Taiwan und Singapur besuchen und den neuen Machthabern in Thailand die Hand schütteln, wie immer die gerade heißen mögen.“

Strauß wirkte mal wieder etwas unschlüssig. Herrn Manders Augen leuchteten plötzlich auf: „Oder mal was ganz Neues: Nicaragua und Paraguay! Die Herren Somoza und Stroessner würden sich glücklich schätzen, Sie als Staatsgast empfangen zu dürfen. Kostet Sie natürlich keinen Pfennig.“

„Sehr reizvoll, aber vielleicht ein andermal“, sagte Strauß.

„Oder wie wäre es mal wieder mit dem Iran? Das dortige Klima müßte Ihnen doch besonders behagen. Da hätten wir auch ein preisgünstiges Sonderangebot für Ihre ganze Familie, zum Wintertarif.“ Aber Strauß winkte ab. „Teheran kenne ich bereits wie meine Westentasche. Was haben Sie noch zu bieten?“

Herr Manders wühlte in seinen Prospekten. „Hier ... der Clou unseres Winterangebots: eine Woche Argentinien und Chile, inklusive familiäre Atmosphäre. Sie werden sich dort wie unter alten Freunden fühlen und beide Länder so kennenlernen, wie sie keiner kennt. Präsident Vileda und General Pinochet brennen geradezu darauf, Ihnen die Sehenswürdigkeiten ihrer Länder zu zeigen.“