Der deutschen Chemie geht es schlechter, als sie noch Anfang des Jahres selbst prognostizierte.

Die drei größten deutschen Chemiekonzerne Hoechst, BASF und Bayer konnten im dritten Quartal nicht die erwartete Geschäftsbelebung registrieren. Stärker als der Umsatz enttäuschte die Ertragsentwicklung. Aber keiner der Vorstandssprecher läßt sich von der Meinung abbringen: "Langfristig zählt die Chemie zu den Wachstumsbranchen." Der Optimismus ist nicht zuletzt mit dem ungestümen Wachstum ausländischer Tochtergesellschaften zu erklären, das sich wegen der laufenden Erhöhung des DM-Außenwertes nur gering in den deutschen Konzernbilanzen bemerkbar macht.

Der Bayer-Vorstandsvorsitzende Herbert Grünwald rechnet vor, daß vom Welt-Umsatz der Gruppe von 16,2 Milliarden Mark (Januar bis September 1977) mit 7,7 Milliarden fast die Hälfte des Umsatzes auf ausländische Gesellschaften entfällt. In Landeswährungen erzielten die zwanzig größten Bayer-Auslandsbeteiligungen einen Zuwachs von 18 Prozent (und dies nicht nur wegen der höheren Inflationsraten). In Mark umgerechnet schlägt sich das nur mit einem Prozent in der Bayer-Bilanz nieder.

Mit der Schokolade tut sich der Stollwercfc-Konzern schwer.

Während die Stollwerck AG, Köln, für 1977 eine Umsatzausweitung um rund zwölf Prozent auf 150 Millionen Mark erwartet, dürfte der Zuwachs in der Gruppe bei etwa 30 Prozent (auf 250 Millionen) liegen. Zum Gruppenplus hat vor allem der Nichtschokoladenbereich, wie zum Beispiel die Fleischfabrik Heinz, beigetragen. Für 1978 will sich Stollwerck mit Hilfe einer 14 Millionen Mark teuren Werbekampagne ein größeres Stück vom deutschen Schokoladenmarkt sichern. So sollen Sammlerphotos von Bundesligafußballspielern als Beilage die Schokoladenmarke "Alpia" auf einen Marktanteil von 7,5 bis 10 Prozent bringen. Im Augenblick liegt "Alpia" noch bei fünf Prozent. Die Stollwerck-Aktionäre haben für 1977 mit einer Kürzung der Bardividende von zuletzt zwölf Prozent zu rechnen. Einschließlich Steuergutschrift werden sie aber mehr als 1976 erhalten.

*

In den ersten zehn Monaten dieses Jahres erzielte die Commerzbank ein um 20 Prozent besseres Betriebsergebnis gegenüber dem Ergebnis in der gleichen Zeit des Vorjahres.