Politik

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DIE ZEIT

Die Unlust, Student zu sein

Die gern beschworene alte Burschenherrlichkeit hat auch die Generation der Väter nie kennengelernt. Als sie Ende der vierziger Jahre studierten, war Geld kein Problem.

Eine Reise in die Zukunft

Der Polen-Besuch des Bundeskanzlers ist in Gewicht und historischer Bedeutung nur zu vergleichen mit den frühen Reisen Konrad Adenauers nach Frankreich.

Nach dem Sieg der Verkrampften

Wenn die Wahlen in Südafrika dem Ministerpräsidenten Vorster eine Dreiviertelmehrheit im Parlament bescheren sollten – woran nach den Umfragen kaum zu zweifeln ist –, so hätte er dies der Politik Amerikas zu danken.

Zeitspiegel

Den festen Vorsatz hat der erkrankte Hans-Dietrich Genscher gefaßt, bis Mitte Januar nicht zu arbeiten, keine Akten zu lesen, ganz zu entspannen.

Worte der Woche

"Ich erkläre nämlich hier öffentlich, daß wir alles akzeptieren werden, was uns nach unserem Urteil einen auf Gerechtigkeit basierenden Frieden bringen könnte; und das geht weder die Sowjetunion noch sonst jemanden etwas an.

Nahostkonferenz in Kairo: Sadat verdoppelt den Einsatz

Sadat hat den Einsatz verdoppelt. Nach dem Wagnis von Jerusalem tat er einen zweiten Schritt ins Ungewisse: Er lud am Wochenende alle am Nahostkonflikt beteiligten Parteien einschließlich Israels zur Vorbereitung der Genfer Friedenskonferenz nach Kairo ein.

Biennale in Venedig: Kongreß gebrannter Kinder

Ein düsteres Kino in Venedig, ein alter Spielfilm über den Slansky-Prozeß, jenes makabre Schautribunal, mit dem Stalin 1952 die Elite der tschechoslowakischen Kommunisten an den Galgen brachte.

ZK-Tagung in Ost-Berlin: Mängel am Menschenbild

ZK-Tagungen, die halbjährlichen Sitzungen des SED-Zentralkomitees, sind ein Spiegel der Wirklichkeit in der DDR. Nur hin und wieder bricht durch den Wortballast, was die Parteiführung wirklich beschäftigt.

Dissidenten-Schicksale: Ein Abschied für immer?

Ein General ohne Orden und Lametta. Der Anblick ist selten in der Sowjetunion. Der Straßenanzug des Siebzigjährigen ist so kurz und eng, als wüchsen die langen Glieder des Hochaufgeschossenen noch immer nach.

Wolfgang-Ebert-Jubiläum: Woche für Woche

Es sind auf den Tag 25 Jahre her, seit ich mich erstmals gebührend gerührt gedruckt im Feuilleton der ZEIT fand – und genau 15 Jahre, seit mich die Redaktion nach vorn in die Politik verpflanzte und daraus eine wöchentliche Kolumne wurde – wohl von dem Gedanken geleitet, die Politik sei eine zu ernste Sache, um sie ganz den Politikern zu überlassen.

Ein neuer Nord-Süd-Dialog?

"Um eine neue Dimension von Friedenspolitik" geht es nach den Worten Willy Brandts in der unabhängigen Nord-Süd-Kommission, die vom 9.

Kernfrage Kernenergie

Das Bundeswirtschaftsministerium hat auf Grund der neuen Schätzungen über den Bedarf an Kernkraft im Jahre 1985 einen vorläufigen Zeitplan für den Bau weiterer Kernkraftwerke erstellt.

Europamüde Briten

Zum zweitenmal wird das Gesetz, das Europa-Direktwahlen ermöglichen soll, durchs britische Oberhaus gezogen – nicht so schleppend wie im Sommer, als es der Herbstpause zum Opfer fiel und neu eingebracht werden mußte, aber auch jetzt keineswegs mit Überzeugung, von Enthusiasmus ganz zu schweigen.

DOKUMENTE ZUR ZEIT: "Man muß sich die Wahrheit sagen..."

Ich glaube, daß wir in der Tat während dieses Besuches einen großen Fortschritt erreicht haben. Das bezieht sich nicht nur auf die persönlich sehr freundschaftlichen Beziehungen zwischen Herrn Gierek und anderen führenden polnischen Politikern und mir.

Aus der Sicht des Theologen: Moralisten sind gnadenlos

Fassungslosigkeit und Verständnislosigkeit, tief reichende Empörung und entschlossene Gegenwehr mit allen nur erdenklichen Mitteln des Rechtes und ein enormes Aufgebot an Sicherheitsvorkehrungen kennzeichnen die Terroristenszene auf der einen Seite.

Fernsehzeit: Ein Platz vor der Kamera

Ach, wie häufig hat das Deutsche Fernsehvolk sie da stehen sehen, an der Rolltreppe auf dem Flugfeld, das Haar schon etwas zerzaust vom Hauch der weiten Welt, den Blick, am Reporter vorbei, auf Bedeutendes gerichtet: Die Kanzler, Minister, Staatssekretäre, Oppositionsführer und so weiter und so weiter.

Schiffsbegrüßung: Die Fahne verehrt – und umgekehrt

Wer hätte sich nicht auch schon mal, unterwegs ganz fern der Heimat, beim Anblick eines Zipfels Schwarz-Rot-Gold plötzlich ganz kolossal geborgen gefühlt? So können wir denn Frau Elisabeth Korah-Go gut verstehen, die im Auftrag des Kapitäns M.

Zeitliches aus Bonn: Leben auf Sparflamme

Wie das mit der Wissenschaft so geht: Häufig bestätigt sie nur, was man schon immer gewußt oder zumindest geahnt hat. Mit wissenschaftlichem Eifer haben Bonner Statistiker jetzt aufgedeckt, daß die Bürger der Bundeshauptstadt im Durchschnitt ein volles Jahr länger leben als alle, die außerhalb der politischen Kapitale ihr Dasein fristen.

Pressefreiheit: Ein lästiger Kritiker

Als Richter Engelken am 17. November kurz nach zehn Uhr den Verhandlungssaal des Buxtehuder Amtsgerichts betrat, um einem wegen Betrugs Angeklagten den Prozeß zu machen, erspähte er auf den Zuschauerbänken jemanden, dem er gar nicht grün war: Karl-Wolfgang Biehusen, einen kritischen jungen Mann von 30 Jahren, Allround-Reporter beim Buxtehuder Tageblatt.

Disziplinarverfahren zum Jubiläum: Kaputtgemacht und kaltgestellt

Das war ein merkwürdiges Dienstjubiläum im Frankfurter Polizeipräsidium. Da sollte nach 40 Beamtenjahren ein erfolgreicher Kriminalist mit obligatorischem Ritual, mit Vorgesetzten-Händeschütteln also, Urkunde und Blumenpräsent geehrt werden, aber das Unternehmen wäre um ein Haar aus einem seltsamen Grunde gescheitert: Die Chef-Gratulanten erklärten nämlich, sie seien erst dann bereit, das bescheidene Dienstzimmer des Hauptkommissars Emil Vollmuth (57) zu betreten, wenn der Pressephotograph, der dort wartete, um das Ereignis im Bild festzuhalten, das Zimmer verlassen habe.

Wahlkampf: Klose und die Löwen

L`Etat c’est Klose – dieser Eindruck, so fürchtet die Opposition im Hamburger Rathaus, könne sich beim unbefangenen Bürger einstellen, wenn er den Bürgermeister auf Wahlplakaten abgebildet sieht.

Rundfunk: Im Dienst des Staates

Es war Hitler nicht viel geholfen, daß er die Neue Zürcher Zeitung und andere ausländische Blätter von Rang im Krieg nicht mehr über die Reichsgrenze ließ.

Seekriegsgeschichte: Die Schlacht der Handelsschiffe

Touristen gehen da nicht hin; doch von der Towermauer können sie hinüberblicken zu dem Säulentempelchen, wie es einem Architekten einfällt, dem sonst nichts einfällt und der ein Ehrenmal zu bauen hat: Das Tower Hill Memorial in London ist die Gedenkstätte für die 37 701 britischen Seeleute der Handelsflotte, die in beiden Weltkriegen ihr Leben ließen.

Hornberger Schießen auf Tarif II

Die Parteitage von SPD und FDP haben ihre energiepolitischen Entscheidungen getroffen. Jetzt ist die Bundesregierung am Zug, das geforderte Opfer – soviel Verzicht auf Kernenergie wie möglich – in praktische Politik umzusetzen.

Hans-Hagen Bremer aus Brüssel: De Gaulles Erben

Die Frage, wie das geeinte Europa einmal aussehen soll – ob europäischer Bundesstaat mit politischer Verantwortung auf Gemeinschaftsebene oder ob loser Staatenbund mit politischer Autonomie der Mitgliedsstaaten –, mag vielen theoretisch und angesichts hoher Arbeitslosigkeit und ungebrochener Inflation unzeitgemäß erscheinen.

Bonner Kulisse

Die Klage von Josef Stingl, Präsident der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg, die Unternehmer würden bei der Neueinstellung von Mitarbeitern nicht genügend Kräfte vom Arbeitslosenmarkt berücksichtigen, überdies oft bessere Kräfte zu häufig schlechteren Bedingungen suchen, wird vom zuständigen Abteilungsleiter bei den Arbeitgebern in Köln, Rolf Weber, zurückgewiesen.

Zum Sündenbock gemacht

Süh mal, Korl, die Geschichte kommt auf einen Punkt raus: alle woll’n sie was haben, un keiner will was missen" – so faßt in breitem Mecklenburger Platt der Inspektor Bräsig in Fritz Reuters Roman "Ut mine Stromtid" seine Erfahrungen über die Verteilung der irdischen Güter unter den Menschen zusammen.

Tarifstreit: "Mit dem Rücken zur Wand"

In den nächsten Wochen steht uns rauher Wind ins Haus", schrieb Detlef Hensche, Vorstandsmitglied der IG Druck und Papier, vor einigen Wochen im gewerkschaftlichen Zentralorgan.

USA-Japan: Ultimatum vom Großen Bruder

Damals verkündete Präsident Richard Nixon seine neue Chinapolitik, ohne zuvor die japanische Regierung konsultiert zu haben; und einen Monat später überraschte er die Japaner – und das gesamte Ausland – mit der Aufhebung der Dollar-Konvertierbarkeit in Gold und mit der Verhängung eines zusätzlichen Einfuhrzolls von zehn Prozent.

Buch der Woche

Daß Jahrbücher nicht Schnee von gestern, sondern spannende und unterhaltende Lektüre sein können, beweist Franz Thoma mit seinem neuartigen Nachschlagewerk der wichtigsten wirtschaftlichen Ereignisse des Jahres.

Zeitraffer

Daß dem europäischen Schiffbau schwere Zeiten bevorstehen, ist nicht neu. Doch so schwarz wie jetzt die EG-Kommission hat wohl noch keiner die Zukunft der Branche ausgemalt.

Manager und Märkte

Die Rede ist vom Wienerwald-Chef Friedrich Jahn und von Günter Steinberg, verheiratet mit der Jahn-Tochter Margot, und davon, daß Steinberg 1980 Wirt des lukrativen obwohl staatlichen Münchner Hofbräuhauses werden will.

Aus Angst vor Vergeltung scheuen die meisten Staaten noch vor protektionistischen Maßnahmen zurück. Statt dessen hat ein mörderischer Subventionswettlauf begonnen: Ein totes Rennen

Die berufenen Verteidiger eines freien Welthandels sehen schwarz. In ihrem soeben vorgelegten Jahresbericht warnt die Welthandelsorganisation Gatt, der Druck der Protektionisten habe in vielen Mitgliedsländern inzwischen einen solchen Umfang erreicht, daß der Fortbestand der bisherigen Ordnung im internationalen Güteraustausch ernsthaft in Frage, gestellt sei.

Straßengebühren: Autobahn zu verkaufen

Offensichtlich ist die deutsche Reiselust auch nicht mehr das, was sie einmal war. Die vor einem Jahr eröffnete Autobahn zwischen Paris und der deutschen Grenze registriert jedenfalls nur halb so viel Verkehr wie vorgesehen.

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