L`Etat c’est Klose – dieser Eindruck, so fürchtet die Opposition im Hamburger Rathaus, könne sich beim unbefangenen Bürger einstellen, wenn er den Bürgermeister auf Wahlplakaten abgebildet sieht. Mit dem Staatswappen der Hansestadt im Hintergrund. Das Staats- und Stadtwappen – zwei Löwen stützen ein Stadttor – sei nichts für Unbefugte, sei heilig, so heißt es. Das unbefugte Benutzen müsse aus politischen und – ganz profan – auch aus Gründen des Wettbewerbs untersagt werden.

Als DIE ZEIT in ihren ersten Ausgaben 1946 im Titelkopf mit dem Hamburger Wappen erschien, schüttelten die Ratsherren mit dem Kopf und untersagten dem Verlag, die Staatssymbole zu führen. Nebbich, sagten daraufhin die Bremer, und erlaubten der Hamburger Zeitung, ihr Wappen zu übernehmen.

Nun wird kein Mensch dem Hamburger Bürgermeister verbieten können, das Hamburger Wappen zu führen, schließlich ist er der Stadt höchster Hohheitsträger, wenn nicht gar ihr Würdenträger. Aber das Wappen auch auf Wahlplakaten? Auf Plakaten, bei denen es in Wahrheit doch um die Sozialdemokraten geht? Wählt die SPD, könnten die Löwen hinter Hans-Ulrich Klose suggerieren ...

Was Herrn Klose recht ist, so sagten sich Schumann und Burmeister, eine Finanzberatungsgesellschaft, kann uns nur billig sein und warben in einer großseitigen Anzeige im Hamburger Abendblatt mit dem Wappen der Hansestadt: "Der Steuertip zum Jahresende."

Die Hamburger Löwen allewege – in der Senatskanzlei müßten Warnlichter angehen. Die Herren dort werden nicht umhin können, weittragende Entscheidungen zu fällen. Wer darf sich mit Stadttor und Löwen schmücken: der Bürgermeister oder jene Finanzberater? Die Opposition oder nur die SPD? K.