Drei internationale Fluggesellschaften haben jetzt Neuerungen angekündigt, die nach Einschätzung von Luftfahrtexperten Schule machen und das Internationale Tarifgefüge weiter zerfransen konnten.

Die israelische Linie El Al kündigte an, daß sie ab sofort auf der Route Tel Aviv–New York ihre seit langem geplante "Holiday Class" anbietet. Deren Besonderheit sind verbilligte Flugpreise bei zugleich vermindertem Service, Wie bei den Laker-Flügen zwischen London und New York werden warme Speisen und kalte Getränke nur noch gegen Bezahlung abgegeben. Eine Mahlzeit kostet beispielsweise acht Dollar und muß bei der Buchung mitbestellt werden. Sonstiger Service findet nicht statt.

Für diese Klasse sind zwei Rückflug-Tarife möglich: 499 Dollar für Gruppen- oder 550 Dollar für Einzelreisende. Die billigsten Vergleichstarife betrugen zuvor 734 respektive 939 Dollar. Einzelreisende können die "Ferien Klasse" nur sieben Tage vor Abfluß buchen.

El Al hat das neue Angebot derzeit auf neunzig Sitze im Jumbo begrenzt, im Winter gilt es nur bis 14. März und auch nur dienstags, mittwochs und samstags. Bisher war diese Tarifänderung immer am Widerspruch des Luftfahrtkartells IATA gescheitert. Die Luftlinie hofft nun nach ihrer Einigung mit den amerikanischen Luftbehörden, daß andere IATA-Linien das Konzept auf anderen Strecken übernehmen.

Den umgekehrten Weg beschreitet die Air Canada. Angesichts der zunehmenden Zahl von Passagieren, die reduzierte Spezialtarife nutzen, wird die kanadische Gesellschaft in ihren Transatlantik-Jumbos den vollbezahlenden Economy-Passagieren eine "International Cabin" mit besonderer Betreuung einrichten. Anfang nächsten Jahres soll auch die bisherige First-Class-Lounge im Oberdeck des Flugzeugs für solche "Vollzahler" hergerichtet werden. Ähnliche Einrichtungen planen auch andere Linien, die Sabena hat beispielsweise schon eine "Business Cabin" unter gleichen Vorzeichen eingerichtet.

Billig wird das Fliegen hingegen wieder bei der dritten Änderung: Spaniens Iberia hat ihre Ankündigung in die Tat umgesetzt und einen "Bungalow-Tarif" ausgearbeitet. Mit ihm kostet (vorbehaltlich Regierungsgenehmigung) der Rückflug Düsseldorf–Valencia 385 Mark. Der Name leitet sich vom angesprochen nen Kundenkreis ab, von jenen Passagieren, die in Spanien einen Bungalow (oder ein Apartment) gekauft oder gemietet haben und diesen mit wenig Geld erreichen wollen.

Solche Passagiere hatten bisher bereits die Möglichkeit, billig nach Spanien zu fliegen. Sie buchten ein Pauschalarrangement und konnten so auf den Chartermaschinen mitfliegen. Die (vorgeschriebene) zusätzliche touristische Leistung (Übernachtung, Transfer) wurde nicht in Anspruch genommen.

Klaus Viedebantt