Vettern sind sie gerade nicht, aber immerhin doch Schwiegervater und -sohn, was – bei der Betrachtung ihrer geschäftlichen Ambitionen – sogar in München Geraune hervorruft.

Die Rede ist vom Wienerwald-Chef Friedrich Jahn und von Günter Steinberg, verheiratet mit der Jahn-Tochter Margot, und davon, daß Steinberg 1980 Wirt des lukrativen obwohl staatlichen Münchner Hofbräuhauses werden will.

Hausherr der fröhlichen Stätte ist Bayerns Finanzminister Max Streibl, und da wird die Sache endlich pikant. In Streibls Haus nämlich ist Ärger: ein Regierungsrat hat einem Ministerialdirektor die Begünstigung renommierter Steuerpflichtiger vorgeworfen – unter ihnen Friedrich Jahn. Soll Streibl da, heilige Sippenhaft, einen Jahn-Verwandten ins Brot setzen?

Müßte nicht Streibl, so tönt’s aus der Münchner Gastronomie, Steinberg aus optischen Gründen schon darum ablehnen, weil der Schwiegervater zum Jahreswechsel die Landtagsgaststätte und die Parlamentskantine im Maximilianeum in Pacht nimmt?

"Es ist beinahe wie in der Nachkriegszeit", stöhnte ein Frankfurter Lebensmittelhändler: "Die Butter wird uns förmlich aus den Händen gerissen, als ob es jahrelang keine gegeben hätte." So billig wie jetzt war sie in der Tat lange nicht: 70 000 Tonnen, davon 24 000 Tonnen für die Bundesrepublik, hat die Brüsseler Kommission heruntersubventioniert, so daß das 250-Gramm-Paket um die sechzig Pfennige billiger als sonst im Handel ist.

Die Brüsseler Wohltat auf Steuerzahlers Kosten hat indes auch ihre Schattenseiten: Zu spät gekommene Kunden beschimpfen vor leergeräumten Regalen das unschuldige Verkaufspersonal. Denn die dem Handel zugeteilte Billigbutter – statistisch nur 400 Gramm pro Kopf der Bevölkerung – deckt noch nicht einmal dessen Wochenbedarf. Den Hamster-Streß zu mildern, ließ sich nun die co op-Zentrale Kassel sogar 96 000 Mark kosten. Mit dieser Privat-Subvention verbilligte sie zusätzlich vierzig Tonnen Butter aus eigenen Beständen. Begründung: "Sonst hätten wir zwei Telephonistinnen zusätzlich einstellen müssen, die die aufgebrachten Leute beruhigen."

Die "Absurdität des Gerüchts" hatte ihn lange davon abgehalten, es durch ein Dementi aufzuwerten. Nun aber, da es nicht verstummen wollte, hat sich Wilhelm Arendts, der Vorstandssprecher der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank in München, doch noch entschlossen zu bestreiten, daß sich sein Institut an der Mailänder Zeitung Corriere della Sera beteiligt habe.