Die Hypotheken-Abteilung der Banken und Sparkassen machen Überstunden. Fachkundiges Personal ist knapp geworden. Die Nachfrage nach Hypotheken-Darlehen erstreckt sich fast ausschließlich auf die Finanzierung von Eigenheimen und Eigentumswohnungen. Außerdem wird der niedrige Zins zur "Umschuldung" genutzt. Hypotheken gibt es gegenwärtig preiswert wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Trotz der lebhaften Nachfrage nach Hypotheken-Darlehen ist der Wettbewerb der Institute nach wie vor hart. Das liegt daran, daß sich auf diesem Finanzierungssektor nicht nur die Realkredite und Sparkassen tummeln, zu deren traditionellem Geschäft diese Sparte zählt, sondern zunehmend auch die Banken, die in immer verfeinerter Form die "Baufinanzierung aus einer Hand" anbieten – natürlich unter Mithilfe ihrer Hypothekenbank-Tochtergesellschaften. Um so mehr lohnt es sich, die Konditionen der einzelnen Darlehensarten miteinander zu vergleichen.

Die Realkreditinstitute betrachten die Verlagerung des Geschäftes auf die Privatkundschaft mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Sie sind froh über die bessere Risikostreuung. Denn die Finanzierung von Bauträger-Großprojekten brachte in der Vergangenheit erheblichen Ärger mit sich. Auf der anderen Seite erfordert die Vielzahl der im Einzelfall relativ niedrigen Darlehenssummen einen höheren Arbeitsaufwand, der sich nur zum Teil in den Konditionen unterbringen läßt.

Die Finanzierung des Mietwohnungsbaus spielt zur Zeit keine Rolle. Der private Mietwohnungsbau ist praktisch tot, Wohnobjekte, die nicht staatlich gefördert werden, erfordern Kostenmieten, die sich am Markt nur noch selten durchsetzen lassen. Ein weiteres Hemmnis ist die Mietergesetzgebung. Durch sie fühlen sich besonders die Versicherungsunternehmen eingeengt, die es im Interesse ihrer Versicherten nicht verantworten wollen, Kapital in Einrichtungen zu binden, wo ihre Verfügungsgewalt vom Gesetzgeber stark eingeengt wird und bei denen sie zu Eigentümern zweiter Klasse degradiert werden. Der öffentlich geförderte Wohnungsbau krankt an fehlenden öffentlichen Mitteln.

Bei der Hypothekenvergabe betreiben die Realkreditinstitute Maßschneiderei. Der Bauherr kann aus einer Palette von unterschiedlichen Konditionen die für ihn angenehmste heraussuchen. Interessant ist dabei, daß erstmals seit längerer Zeit wieder Darlehen angeboten werden, deren Konditionen für zunächst 15 Jahre festgeschrieben sind. Das schafft für einundeinhalb Jahrzehnte eine feste Kalkulationsbasis. Gleichwohl, so wird mir berichtet, meine verehrten Leser, sind diese Darlehen weniger gefragt als die mit Konditionenanpassung nach fünf oder zehn Jahren. Die Darlehensnehmer spekulieren offensichtlich darauf, später noch einmal günstigere Bedingungen als heute aushandeln zu können. Überdies verlockt der im Augenblick niedrigere Nominalzins bei der Konditionenbindung für fünf Jahre. Das ist verständlich, weil er in den ersten Jahren nach Fertigstellung des finanzierten Objektes zu einem niedrigen laufenden Aufwand führt. Ob sich allerdings diese kurzfristige Betrachtungsweise auszahlen wird, möchte ich bezweifeln.

Übrigens bieten auch die Sparkassen Hypothekendarlehen zu Konditionen an, die in den ersten fünf Jahren der Laufzeit nicht verändert werden. Als Richtkondition kann folgendes gelten: 6,5 Prozent Nominalzins, 1 Prozent Tilgung jährlich, Auszahlung 98,5 Prozent. Daneben gibt es die sparkassentypischen Hypotheken mit Zinsgleitklausel (sie wird bei Veränderungen der Spareinlagenzinsen wirksam) zum Nominalzinssatz von 7 Prozent, 1 Prozent Tilgung und 100 Prozent Auszahlung.

Die Deutsche Genossenschafts-Hypothekenbank weist in einem Rundschreiben darauf hin, daß der Zins bei entsprechender Reduzierung des Auszahlungssatzes noch herabgesetzt werden kann. Damit verringert man nicht nur die laufende jährliche Belastung, sondern kommt – falls sich die sogenannten Geldbeschaffungskosten als "Werbungskosten" absetzen lassen – in den Genuß spürbarer Steuervorteile.