Ski-Urlaub für ältere Herren, die noch ein bißchen jung bleiben wollen

Von Rudolf Walter Leonhardt

Wer lange genug gelebt hat, empfindet es als eine Freundlichkeit der Mächte, die da sein mögen! daß er nun endlich weiß, was er (noch) will. Er will zum Beispiel, daß es, solange es denn noch geht, manchmal ihm auch gut geht. So versteht er Urlaub.

Das Alter fängt schon ziemlich früh an, it is always later than you think. An seinem vierzigsten Geburtstag hat mancher das Gefühl: Der Lack ist ab. Aber der Motor ist noch in Ordnung und läuft und läuft.

Daß meiner trotz eines nicht sehr gesunden Lebenswandels, Journalismus ist statistisch nachgewiesenermaßen ein ungesunder Beruf, bis heute gelaufen ist und deo volente noch eine Weile halten wird, verdanke ich meinen Urlauben. Die teile ich seit langem schon, fast halbe-halbe, in Sommer- und Winterurlaub. Hier soll vom Winterurlaub die Rede sein, wie er gesund und trotzdem angenehm ist.

Es schwebt mir eine Zielgruppe von Menschen zwischen vierzig und siebzig vor, die außerhalb des Urlaubs ziemlich fleißig und nicht ganz ohne Erfolg arbeiten. Ein paar von ihnen mögen so erfolgreich oder überhaupt reich sein, daß für sie im Urlaub selbstverständlich "alles drin" ist; wir meisten anderen müssen schon ein bißchen sparen, um uns einen Winterurlaub "von der Piste in den Pool" leisten zu können. Aber was soll’s, solange einer fest davon überzeugt ist, daß er dann, wenn er sich einen Piste-Pool-Urlaub geleistet hat, danach auch wieder was leisten kann.

Ein langer Vorspruch. Ich hoffe, damit die so mühsam zu beantwortenden Briefe halbwegs abgewehrt zu haben, in denen steht, ich sollte mich doch mehr um Jugendherbergen und Selbstbedienungs-Restaurants kümmern.