Was sich die beiden Autoren Claus Deutelmoser und Verena Hruska da vorgenommen haben, ist sicher eine lobenswerte Geschichte: Sie wollten objektiv über Skiorte berichten und dem Leser damit einen brauchbareren Wegweiser durch die österreichischen "Winterparadiese" liefern, als das gemeinhin verfügbare Prospektmaterial bietet. Symphatisch liest sich das selbstkritische Vorwort, wo die beiden vorbeugend erklären, dieses Buch sei kein Allheilmittel gegen Urlaubsdesaster und keine Garantie für lückenlose Information. Für den jetzt erschienenen ersten Band

Claus Deutelmoser, Verena Hruska: Skiorte Alpen Österreich, Band I, Das Touristik-Buch für Skifahrer; Mannheim 1977, 152 Seiten, 12,80 Mark

waren im Frühjahr dieses Jahres Fragebogen an 250 österreichische Gemeinden verschickt worden, die sich nach einer Auflistung des Landesfremdenverkehrsamtes als Skiorte ausgewiesen hatten. Gleichzeitig waren ab März 1977 vier Inspektoren in die verschiedenen Regionen geschickt worden, die "vor Ort" Eindrücke und Informationen sammeln sollten.

Das Ergebnis, ein handliches kleines Buch, freilich wird den Erwartungen, die ein solcher Aufwand beim Leser weckt, nicht ganz gerecht. In kleiner Schrift werden in alphabetischer Folge 194 Skiorte oder -regionen vorgestellt. Es fehlen Photos und Panorama-Karten, die den Textsalat aufgelockert und veranschaulicht hätten. Außerdem sucht man vergebens exakte Preisangaben. Im jeweiligen Ortsindex beispielsweise werden lediglich das Preisniveau mit den Vokabeln "normal", "gehoben" oder "preiswert" und die Liftpreise mit "real, preiswert oder teuer" gekennzeichnet – eine Erläuterung solcher Notengebung jedoch sucht man vergebens.

Die einzelnen Ortsbeschreibungen sind allerdings von bemühter Ausführlichkeit. Nach Auskunftsadresse und Anreiseroute erhält der Leser knapp und pointiert die wichtigsten Informationen über den jeweiligen Ort. Dabei wird an Kritik nicht gespart Beispielsweise Sölden: Da wird vom Ärgernis der Liftpreise gesprochen, von mangelhafter Pistenmarkierung und skiunfreundlichen Straßenquerungen auf mehreren Abfahrten. In einer anschließenden Rubrik "Zahlen und Daten" bekommt der Leser schließlich das infrastrukturelle Profil der Orte präsentiert, wenn auch ohne Einwohnerzahl. –

Für unentschlossene Österreich-Aspiranten ist das 12,80 Mark teure Buch eine einigermaßen erschwingliche und – das ist das wertvolle – eine aktuelle Informationsbroschüre, auch wenn sich die Autoren in der Schnelle der Buchproduktion eine Reihe der angegebenen Fakten nur telephonisch zusammenholten (wird jeweils im Text vermerkt). G. F.