Von Alexander Rost

Von allem, was da kreucht, fleucht, rollt oder holpert", schreibt der Technikhistoriker Hans Peter Münzenmayer, ist der Radfahrer am sparsamsten, nicht mit Geld, sondern im Energieverbrauch. Der Fußgänger benötigt fünfmal mehr, eine Fliege oder Biene, zum Beispiel, das Zehnfache an Energie. Erklärt wird das in einer physikalischen Betrachtung des Radfahrens, das übrigens erst mit dem "Sicherheits- und Niederrad", für das der Engländer Harry J. Lawson 1879 ein Patent erhielt, den Charakter schier artistischer Betätigung verlor.

Oder: Ein alter Kupferstich wird erläutert. Von der Astronomie, einer Frau im Sternenkleid, werden die Weltsysteme gewogen. Das Ptolemäische ist schon beiseite gelegt, und das System des Kopernicus erweist sich gegenüber dem des Tycho Brahe als zu leicht. Damals, um 1585, bot das Tychonische System einen Kompromiß mit christlicher Theologie. So ruht denn die Hand Gottes über der Tätigkeit der Astronomen, die sich nach dem Wort der Bibel richten, daß der Schöpfer alles nach numerus, mensura, pondus, nach Zahl, Maß und Gewicht, geordnet habe.

Oder: Am Anfang der Statik war der Balken, Den richtigen Ansatz für die Bewältigung des Biegeproblems von Balken fand 1638 Galilei; aber es dauerte noch 150 Jahre, bis Coulomb 1773 die endgültige Biegeformel fand. Voraussetzung war die Auffindung der Integral- und Differentialrechnung durch Leibniz und Newton. Bert Heinrich, ein Pädagoge, berichtet über den Brückenbau unter dem Rubrum "Technik lernen mit übergreifenden Bezügen".

Oder: Das erste bemannte Raketenflugzeug, die "Bachem Natter", benannt nach ihrem Konstrukteur Erich Bachem, wurde kurz vor Kriegsschluß im Deutschland gebaut. Als Abfangjäger sollte es in der ersten Minute auf 11 000 Meter steigen. Ein Start mit einer Uppe gelang. Der erste Pilot fand den Tod. Es blieb bei Experimenten.

Oder: Als das Nördlinger Ries, das als Europas größtes geologisches Rätsel galt, durch einen (wie amerikanische Mineralogen erst 1960 schlüssig bewiesen) Meteoriteneinschlag entstand, bildete sich eine einzigartige Gesteinsart, Suevit (von Sueva, Schwaben), so seit 1919 wissenschaftlich bezeichnet. Sie hieß noch Traß oder Tuffstein oder Trachytuff, als Kaiser Wilhelm II. am 13. November 1906 feierlich mit einem Hammer auf ein solches Stück Stein klopfte. Es war der Grundstein des Deutschen Museums in München.

Und was hier durchaus wahllos aufgegriffen ist, sind Hinweise auf eine neue Fundgrube voller.Wissen, die das Deutsche Museum jetzt geöffnet hat, und nur ein paar Körner daraus, nämlich aus der Zeitschrift Kultur & Technik (herausgegeben vom Generaldirektor des Deutschen Museums, im Verlag Karl Thiemig, München, viermal jährlich, 16 Mark, Einzelheft 5 Mark).