Jeder, der an Chemie interessiert ist, kennt den Römpp – das "umfassende Chemielexikon, um das uns das Ausland beneidet" (so der Werbetext des Verlages). Ob man sich über die Herstellung von Bohnerwachs informieren möchte, nähere Einzelheiten über die "Reformatski-Reaktion" braucht, Lebensdaten von Jöns Jacob Berzelius nachschlagen möchte oder wissen will, woraus Aspirin gemacht wird – der Römpp hat die Antwort. Und wo trotz 4000 Seiten und sechs Bänden der Platz nicht ausreicht, ist weiterführende Literatur angegeben. In der ersten Ausgabe, 1947 herausgekommen, war der Römpp noch ein erschwingliches, handliches einbändiges Nachschlagewerk. Doch der Wissensschatz der Chemie hat sich explosionsartig erweitert: Der Umfang des Werks kletterte auf sechs Bände, sein Preis auf fast tausend Mark – mithin kaum noch handlich und nur noch für wenige erschwinglich.

Um das im Hauptwerk aufbereitete Wissen nun einem größeren Kreis von Benutzern zugänglich zu machen, hat der Verlag einen Auszug aus dem Hauptwerk herausgebracht: den

Basis-Römpp, Taschen-Lexikon der Chemie, ihrer Randgebiete und Hilfswissenschaften. Zwei Bände. Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1977. 768 Seiten, 39,50 DM.

Betreut wurde diese Ausgabe von Dr. Otto-Albrecht Neumüller, der nach dem Tod des Schöpfers, Professor Hermann Römpp, den Großen Römpp bearbeitet. Um den Preis möglichst niedrig zu halten, wurde nichts neu geschrieben, sondern nur ein Teil der etwa 38 000 Stichwörter des Römpp ungekürzt photomechanisch übertragen. Den Schwerpunkt legte Neumüller dabei auf Begriffe aus der Fachsprache des Chemikers. Gestrichen wurden sämtliche Substanznamen und Handelspräparate, leider aber auch zum größten Teil die Literaturhinweise und die englischen und französischen Übersetzungen der Fachwörter.

Geblieben sind, bedingt durch die Art der Drucktechnik, die Querverweise, die nun allerdings häufig ins Leere führen und somit doch den Weg zum nächsten Großen Römpp notwendig machen. Zwar wird auf diese Tatsache im Vorwort und am Fuß jeder Seite hingewiesen, der Ärger, ein Wort nicht gefunden zu haben, bleibt jedoch. Aber, so tröstet Neumüller im Vorwort, "Chemie und Bequemlichkeit schließen einander ohnehin aus".

Schlimmer ist, daß wichtige Stoffklassen nicht erwähnt werden. Zwar findet man die etwas exotischen "Merichinoiden Verbindungen", nicht hingegen die Zeolithe oder Molekularsiebe, die industriell im Tausend-Tonnen-Maßstab hergestellt werden. Rainer Köthe