Junge Leute diskutieren über Alkoholmißbrauch

Der Grund für den Griff zur Flasche ist für uns junge Menschen der gleiche wie für die Älteren. Ein hypnotisierender Mantel, der unsere Ängste, Einsamkeit, Unzufriedenheit, Verklemmtheit – unsere ganze Misere umhüllt und uns für Augenblicke das Gefühl gibt, ein Mensch zu sein. Nachher: noch größere Verlassenheit und wieder der Griff zur tröstenden, stärkenden, frei machenden Flasche – wer hilft uns zurück aus diesem Teufelskreis?

Sabine Anzengruber, 17 Jahre

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Probleme wie Jugendalkoholismus hängen eng zusammen mit der sozialen und wirtschaftlichen Lage eines Landes. Angesichts der Jugendarbeitslosigkeit verwundert es wenig, wenn gerade Jugendliche aus schwächer gestellten sozialen Schichten, junge Leute, die oft wochenlang vergeblich im Arbeitsamt sich um eine Lehrstelle oder einen Job bemühen, anfangen zu trinken. Diese Art der Problemlösung wird dann ja auch nur allzu häufig von den Eltern vorgemacht. Aber auch den Gymnasiasten, die mit immer höher gesteckten Abituranforderungen und schlechten Berufsaussichten konfrontiert werden, mag der Alkohol ein bequemes Mittel sein, um einfach "mal abschalten" zu können.

Jost Schiigen, 18 Jahre

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