Die Zwischenberichte per 31. Oktober lassen bei den deutschen Großbanken für 1977wieder ausgezeichnete Ergebnisse erwarten.

Trotz verhaltenen Bilanzwachstums wartet die Deutsche Bank sowohl beim Zinsüberschuß als auch beim Provisionsüberschuß mit Spitzenwerten auf. Die Deutsche Bank und die Commerzbank melden für die ersten zehn Monate eine Steigerung ihres Betriebsergebnisses (einschl. der Erträge aus dem Auslandsgeschäft und dem Eigenhandel) um rund 20 Prozent. Das deutliche Zurückbleiben des Betriebsergebnisses der Dresdner Bank begründet ihr Vorstand mit einer höheren Ausgangsbasis per 31. 12. 1976.

Auch für 1978 sind die Aussichten für AEG-Telefunken trübe.

Obwohl sich das Ergebnis des laufenden Geschäftes gegenüber 1976 verbessern wird, ist für eine Dividendenzahlung keine Möglichkeit gegeben. Und auch für 1978 sieht Vorstandsvorsitzender Walter Cipa die Lage seines Hauses keinesfalls rosig: "Auf unser Tätigkeitsfeld scheint keinesfalls die Konjunktursonne. Die Beschäftigungslage wird sich kaum verbessern – und ob das von der Bundesregierung im September verabschiedete Programm zur Förderung des Wachstums die notwendigen Impulse zu einer Wiederbelebung der Aufschwungkräfte erbringen kann, muß im Blickwinkel der Erfahrung mit den Programmen der vergangenen Jahre als zweifelhaft angesehen werden."

Neben den Umstellungs- und Sozialkosten (die Zahl der Beschäftigten ging bei AEG-Telefunken 1977 im Inland um zwei Prozent zurück) wird das Ergebnis durch die Lohnkostenentwicklung sowie durch die Belastungen aus dem Kernreaktorbereich negativ beeinflußt. Der AEG-Telefunken-Konzern rechnet trotz des leichten Umsatzrückganges im Inland mit einem Umsatzplus von acht Prozent.

Mercedes fühlt sich als Schale für das Daimler-Kleinod.

Dennoch ist die Mercedes-Aktie um rund 10 Prozent billiger zu haben als die Daimler-Aktie. Beide Papiere sind einander völlig gleichgestellt, der Mercedes-Aktionär hat allerdings auf der Daimler-Hauptversammlung kein direktes Stimmrecht. Dies läßt Mercedes-Vorstandsmitglied Rolf Magener, früher BASF-Finanzchef, als Argument für die niedrigere Bewertung der Mercedes-Aktie nicht gelten. Nach seiner Meinung ist vielmehr der Abschlag mit dem Umstand zu erklären, daß der Markt für die Mercedes-Holding-Aktie noch nicht so etabliert ist wie der für die Daimler-Aktie. "Mit dem Kursabstand muß man bis auf weiteres leben."

Für das Rumpfgeschäftsjahr 1977 (1. 1. bis 30. 9.) erhalten die Mercedes-Aktionäre eine Bardividende von 6,08 Mark, dazu kommt ein Steuerguthaben von 3,42 Mark. Eine Kapitalerhöhung im Verhältnis 7:1 zu pari steht bevor. Zu gleichen Konditionen wird zur selben Zeit das Daimler-Aktienkapital aufgestockt.