Hundeherrchen und -frauchen wollen meist auch im Urlaub ihre Lieblinge nicht missen. Skifahrer haben’s da freilich schwer, denn auf den Pisten sind Hunde nicht zugelassen (nur Bernhardiner nach Lawinenkatastrophen).

Der wahre Tierfreund sattelt deshalb um vom Abfahrts- auf den Langlaufski; bei den Loipen sind nämlich Schoß- und Hofhunde meist wohlgelitten. So stapfen oder springen offensichtlich immer mehr Chow Chows und Doggen neben ihren langlaufenden Haltern. Ob nun aus Mitleid mit den Hunden oder weil manch frierender Pudel aus dem tiefen Schnee in die feste Loipenspur wechselte und dabei hundelose Langläufer störte und verärgerte, jedenfalls war es an der Zeit, die Gästehunde aus der Loipe zu locken und ihnen mehr Laufkomfort zu offerieren.

Das bietet nun das österreichische Kleinwalsertal (einige Schweizer Orte übrigens auch) mit einem gewalzten Weg neben der Loipenspur. Mutmaßungen über die Klugheit der Hunde lassen sich nun in dem Zusammenhang anstellen, wie der nicht angeleinte Bello weiß, daß dies "sein" Weg ist. Vermutlich läuft er nur der Nase nach – was Ästheten den Bau von Hundetoiletten am Wegesrand fordern lassen dürfte. Außerdem liegt die Frage nahe, ob nicht-langlaufende Menschen den Hundeweg für Spaziergänge betreten können. Schließlich taucht die Vision auf: Wenn es sich einbürgert, daß Langläufer ihren Hund dabeihaben – was für ein Menschen-, Tiere-, Leinen-, Stöcke-, Skier-Durcheinander mag es dann bei den Volksläufen mit mehreren hundert Teilnehmern geben.

Ulrike Klugmann