DIE ZEIT

An die ZEIT-Leser

Der Punkt-Streik der Gewerkschaft IG Druck und Papier hat auch die Produktion dieser ZEIT-Ausgabe in Mitleidenschaft gezogen.

Erneut: Rentenkrise

Noch vor einem halben Jahr sprach die Bundesregierung offiziell von der "Sanierung" des Rentensystems. Doch wer immer geglaubt haben mag; die finanziellen Grundlagen der gesetzlichen Alterssicherung in der Bundesrepublik seien im Frühsommer dauerhaft repariert worden, der sieht sich nun getäuscht.

Zwei im Golf

Erfunden hat ihn der Führer vor vier Jahrzehnten: den Volkswagen für alle Deutschen. Zwar mußten sie lange auf ihr Auto warten, das erst Kriegsdienst zu leisten hatte.

Der Dollar stürzt tiefer und tiefer

Es ist wieder wie in den Zeiten, als das alte Weltwährungssystem zusammenbrach: Der Dollar ist fast jeden Tag in den Schlagzeilen, und fast jeden Tag erreicht er einen neuen historischen Tiefstand.

Worte der Woche

"Wir haben natürlich unsere eigenen Vorstellungen über einen israelischen Rückzug aus besetzten Gebieten ... Doch ich glaube, dies ist nicht der Zeitpunkt für uns, die wir nicht direkt in diese Probleme verwickelt sind, mit großen Tönen neue Lösungen vorzuschlagen.

Prozeß in Bonn: Ein kurzes Nicken von Wienand

Julius Steiner, dessen Behauptung, seine Stimme sei beim Mißtrauensvotum 1972 gekauft worden, einst die Koalition zum Zittern gebracht hatte, verkörperte nur noch gepflegte Unscheinbarkeit.

Zeitspiegel

Schrittchen für Schrittchen geht die israelischägyptische Normalisierung weiter. Ohne Genehmigung der Regierung in Jerusalem, aber von Kairoer Offiziellen begrüßt, trafen zwei Reporter des staatlichen israelischen Fernsehens am Nil ein.

Nachspiel zum "Fall Traube: War der Informant ein Saboteur?

Es war an einem Nachmittag im Mai des Jahres 1967, als der Sonderausschuß des Bundestages für die Strafrechtsreform über einen Paragraphen beriet, der später unter dem Namen "verfassungsfeindliche Sabotage" in das neue Strafgesetzbuch einging.

Aufruf zum Aufruhr

Peking setzt auf den nationalen Freiheitsdrang der Osteuropäer: Die These vom fortschrittlichen Krieg wird weiterentwickelt

Zentralafrika: Des Kaisers teure Kleider

Fast alles stimmte: die arrogante Attitüde, die Verschwendungssucht, das pompöse Arrangement. Nur drei Dinge paßten dann doch nicht mit dem Modell, der Kaiserkrönung Napoleon Bonapartes, zusammen: Das Datum wurde um drei Tage verfehlt, der Papst erschien nicht zur feierlichen Salbung und – vor allem – das Zentralafrikanische Kaiserreich des Jahres 1977 ist nicht das Frankreichs von 1804.

Nato-Herbsttreffen: Hellerer Himmel

In diesem Jahr, so meditierte der Generalsekretär des Bündnisses Joseph Luns am Nikolaustag im Allianzhauptquartier vor den versammelten Verteidigungsministern, seien zum erstenmal seit langer Zeit "die Warnungen nicht ungehört verhallt".

BONNER BÜHNE:: Weltpolitik mit Ramses II.

Sehr moderat im Ton, aber noch ziemlich kontrovers in der Sache, ist die lange Fraktionssitzung verlaufen, in der sich die Sozialdemokraten am Dienstag abermals mit dem Schwall neuer Vorschläge und Gesetzesentwürfe zur Terroristenbekämpfung beschäftigt haben.

Uneinig gegenüber Sadats "Verrat"

Die Fronten im Nahen Osten sind jetzt: klar: Die Verhandlungsstaaten sind Israel und Ägypten, die Ablehnungsstaaten Syrien, Libyen und Algerien mit der Palästinensischen Befreiungsfront.

DDR-Schleusenabkommen

Die Beharrlichkeit des Berliner Senats und der Westalliierten hat sich ausgezahlt: Die DDR hat jetzt nach achtjährigen Verhandlungen ein Abkommen unterzeichnet, das den Binnenschiffsverkehr erleichtert; auf ursprünglich erhobene politische Forderungen hat Ost-Berlin verzichtet.

Kernfrage Kernenergie

Eine schwere Explosion in der indischen Schwerwasser-Anlage Baroda/Unionsstaat Gujarat hat einen Millionenschaden angerichtet.

Der Weg in die Gewalt

Professor Schmidtchen lehrt Soziologie an der Universität Zürich. Dem Vortrag, den er in der vergangenen Woche beim Bonner CDU-Symposium über Terrorismus gehalten hat, entnimmt die ZEIT die wesentlichen Passagen.

Was Strauß in Chile lobte

Nach der Rückkehr von seiner Chile-Reise berichtete Franz Josef Strauß, die chilenische Militärregierung betrachte sich als Übergangsregierung, die daran arbeite, in Chile eine Neue Demokratie zu errichten.

ARD auf einen Blick

Für Rundfunk und Fernsehen sind die Länder zuständig. So haben die meisten Länder eine eigene Rundfunk/Fernseh-Anstalt. Seit sich Baden und Württemberg zusammenschlossen, hat das Land zwei Anstalten: den Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart und den Südwestfunk in Baden-Baden.

Baubestimmungen: Bei Möller 18mal klingeln

Zimmer frei", das meist handgemalte Pappschild wird in den Ostseebädern auch im Winter nicht aus dem Fenster genommen. Touristensilos, Hotel- und Appartementfabriken entlang der Ostseeküste von Schleswig-Holstein haben dem Geschäft mit dem Privatquartier kaum etwas anhaben können.

Volksentscheid: Rote Karte für die Funktionäre

Die Bilder waren rührend. Da tat der auf dem grünen Rasen neuerdings vom Pech verfolgte "Bayern"-Torwart Sepp Maier seine Zustimmung kund, und die emeritierte Skiläuferin Rosi Mittermaier war genauso dafür wie der Rateonkel Robert Lembke.

Public Relations: Der Botschafter in Blau geht von Bord

Der meistgenannte, meistphotographierte, meistgefilmte deutsche Seemann ist ein für allemal an Land gegangen. Nach dreizehn Jahren Dienst auf der "Gorch Fock", die letzten sechs als Kommandant, wechselt der Kapitän zur See Hans Freiherr von Stackelberg, 53 Jahre alt, auf einen Führungsstabsposten in festen vier Wänden.

Gynäkologische Beratung: Von kundigen Frauen und Hexen...

Daß viele Frauen nur mit Widerwillen zum Gynäkologen gehen, liegt an der gewöhnlichen Fließbandabfertigung; in der durchschnittlichen Fünf-Minuten-Behandlung bleibt wenig Zeit für Probleme und Fragen der Patientin.

Zeitliches aus Niedersachsen : Wasseruhr schlägt 13

Der Teufel steckt zuweilen in den unauffälligsten Dingen. In Wasseruhren beispielsweise. Da kann er Ärger bringen, Zwietracht säen, Menschen zum Streit darüber verleiten, ob diese Zählwerke Freiheit oder Sozialismus bedeuten.

Bundesverfassungsgericht: Was kann, soll, darf Karlsruhe?

Der Antrag, der am Mittag des 15. Oktober 1977 beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe einging, war wohl der ungewohnlichste in der Geschichte der Verfassungsgerichtsbarkeit: Das Gericht sollte der Bundesregierung aufgeben, das Leben von Hanns-Martin Schleyer durch Freilassung der BM-Häftlinge zu retten.

Christliche Demokraten: Weltschau in Holzschnittmanier

Denn wenn schon von "Elend" die Rede ist, dann hätten viele Beiträge zu diesem Band wohl gründlicher ansetzen müssen. Und zum anderen kommen Kritik und Selbstkritik aus einer bestimmten Ecke der Union – aus der katholischkonservativen.

Terrorismus: Gewalt aus dem Dunkel

Das Verteufelte bei allen Versuchen, Terrorismus zu beschreiben, oder gar zu analysieren, liegt darin, daß dieses Schreckensphänomen sich jeder handlichen, rundum gültigen Begriffsbestimmung entzieht.

"Vor diesem schweren Gang..."

Die Sitzung beginnt pünktlich. Im Gewerkschaftshaus der IG Metall in Ludwigsburg versammeln sich am späten Nachmittag etwa fünfzig Leiter der Vertrauenskörper und Betriebsratsvorsitzende aus den Metall-Betrieben dieser Verwaltungsstelle.

Lokomotive ohne Dampf

Werden den vielen Politikerworten zur Vermögenspolitik jetzt endlich Taten folgen? Wirtschaftsminister Graf Lambsdorff, der es für "ein bedauerliches Defizit an politischer Entscheidung" hält, daß auf diesem Gebiet trotz jahrelanger Diskussion so wenig geschehen ist, und dieses Defizit so rasch wie möglich aufarbeiten will, hat sich mit seinen Kollegen Apel und Ehrenberg aus dem Finanz- und Arbeitsministerium über die nächsten Schritte verständigt.

Bonner Kulisse

Der jüngste Streit über den verbraucherfreundlichen sogenannten Stromtarif II, den die Bundesregierung zunächst abschaffen wollte, gegen dessen Streichung aber wiederum die Länder ungeachtet der politischen Couleur ihrer Führung protestierten, ist nicht nur unter energiepolitischen Aspekten bemerkenswert.

Rudolf Herlt zum Europa-Gipfel: Auf dem falschen Weg

Hans Apel, der Bundesfinanzminister, hat sicher recht; Mit Geld allein läßt sich Europa nicht zusammenbringen. Und wenn alle Pläne, mit denen das angeschlagene Schiff Europa wieder flott gemacht werden soll, auf höhere finanzielle Beiträge aus der Bonner Kasse hinauslaufen, dann muß der für die Kasse Verantwortliche auf der Hut sein.

Schweiz: Der Fall Lip macht Schule

Was wir machen, ist legal", wehrt André Mottaz, seines Zeichens Sekretär der Sektion Dellsberg im Schweizerischen Metall- und Uhrenarbeiterverband (SMUV), allzu undifferenzierte Vergleiche mit dem Fall Lipe ab.

Buch der Woche

Vorweg: Amt Spandau, Wirtschaftswissenschaftler an der Johannesburger Witwatersrand-Universität hat keine Apologie der südafrikanischen Rassenpolitik verfaßt.

Zeitraffer

Es läßt sich nicht leugnen, der Winter steht vor der Tür. Sicherer Indikator für die kalten Monate des Jahres ist auch der Arbeitsmarkt.

Manager und Märkte

Der "graue Markt", er ist für viele Branchen gar nicht so unscheinbar, wie die Farbe vermuten läßt. Das Problem ist immer dasselbe: deutsche Generalimporteure ausländischer Produkte müssen eines Tages realisieren, daß der Einzelhandel teilweise billiger verkauft als sie selbst Weiterverkäufer beliefern können.

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