In einer Funksendung für und mit Kindern war als Gast ein Herr vom Tierschutzverein geladen, und das hörte sich in meinem Autoradio ungefähr so an:

"Ich möchte dringend davor warnen, sich Tiere zu Weihnachten zu wünschen, kleine Tiere, wie es vornehmlich geschieht, oder zu verschenken. Und zwar im Interesse der Tiere selbst, die in den meisten Fällen gezwungen werden, umweltfremd zu vegetieren."

Die Kinder riefen: "Oh..." "Wieso?..." "Warum denn das?"

"Das ist der eine Punkt, Der andere ist der: Man hat eine Verantwortung für das Tier, steht vor der Alternative, das Tier in seiner, des Tieres Lebensweise zu akzeptieren oder gar nicht. Viele setzen das Tier nach Weihnachten auf die Straße. Viele, wenn auch nicht alle, finden schließlich Aufnahme im Tierschutzverein. Aber die Aufnahme weihnachtlicher Fehldispositionen ist schließlich nicht dessen Aufgabe."

Die Kinder fragten: "Bitte, muß ich einem Meerschweinchen einen Käfig bauen?... Ich hätte doch gar zu gern ein Kaninchen, ein schneeschneeweßes... Muß ein kleiner Hund Kcochen kriegen? Ich kannte einen, der biß immer auf Gummi..."

"Vor allen Dingen müssen die biologischen Umstände des betreffenden Tieres in Rechnung gestellt werden!"

Der Herr sprach noch längere Zeit auf diese Weise, und ich hatte mit engen Kurven zu tun, die durch Worte wie "Umweltpflege, Tierpsychologie, Einfühlungsvermögen in biologische Sachzwänge und Bewegungsabläufe verschönt wurden, während die Kinder ganz normale Fragen stellten, wie: "Was frißt es? Und trinkt es Milch? Puh! Und was mach ich, wenn... ? Wie lange muß ich mit meinem Hund spazieren gehen?"