Der "graue Markt", er ist für viele Branchen gar nicht so unscheinbar, wie die Farbe vermuten läßt. Das Problem ist immer dasselbe: deutsche Generalimporteure ausländischer Produkte müssen eines Tages realisieren, daß der Einzelhandel teilweise billiger verkauft als sie selbst Weiterverkäufer beliefern können. Eine andere Variante des grauen Marktes: deutsche Produkte werden aus dem Ausland reimportiert.

Beide Varianten sind bei Motorrädern zu registrieren. Eine schwere BMW, hier mit einem Richtpreis von über 12 000 Mark ausgezeichnet, kann auf dem Umweg über England in der Bundesrepublik vereinzelt um über 2000 Mark billiger gekauft werden "Das sind Ausnahmefälle beteuert Graf Rudolf von der Schulenburg, Geschäftsführer der BMW-Motorrad GmbH.

Ihn irritiert vielmehr der weltweite Preiskampf der vier großen japanischen Hersteller, der sich durch den grauen Markt noch stärker in der Bundesrepublik bemerkbar macht. Denn freie deutsche Händler decken ihren Motorradbedarf im Billigpreisland England und können leicht die Preise der Händler unterbieten, die den offiziellen Bezugsweg einhalten;

Für die deutsche Tochter ein deutscher Manager. Dieser Forderung der Belegschaft kam jetzt, nach jahrelangen Personalquerelen in der Führungsspitze, die schwedische Konzernzentrale der SKF Kugellagerfabriken in Schweinfurt nach. Im März wird der bisherige Sprecher des Vorstandes Felten & Guillaume Carlswerk AG (F & G) in Köln-Mühlheim, Hans Westphal (44), ins fränkische Schweinfurt übersiedeln und den Vorsitz in der Geschäftsführung der deutschen SKF-Gesellschaft übernehmen.

Bisher hatten die Schweden der deutschen Tochter immer schwedische Bosse verordnet. Nachdem der mit dem Betriebsrat auf Kriegsfuß stehende Olof Enmark, der allzu hart rationalisiert hatte, vor einem Jahr mit Eklat ausgeschieden war, holte der Konzern zunächst seinen, Vorgänger Mauritz Sahlin als Feuerwehrmann zurück. Sahlin wird sich wieder auf seine Aufgabe in der Göteborger Konzernleitung als Group-Divisions-Chef der europäischen SKF-Tochter konzentrieren.

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Das französische Unternehmen ist eine ausländische Tochtergesellschaft, doch anderseits, natürlich, völlig unabhängig von ausländischer Bevormundung. Zwischen diesem Widerspruch muß die Roussel Uclaf-Gruppe balancieren; denn als größtes französisches Chemieunternehmen mit 3,3 Milliarden Francs Umsatz steht es auf der Verstaatlichungsliste der Linksparteien – und die Herausstellung der lebenswichtigen Zusammenarbeit mit der Mehrheitsgesellschafterin Hoecht AG könnte dies verhindern. Andererseits dürfen die nationalen Gefühle der Franzosen nicht verletzt werden – und so muß Hoechst im Hintergrund bleiben.