Von Hartmut Volk

Was ist das eigentlich, das vielzitierte "unternehmerische Risiko"? Der Interpretation ist viel Raum gegeben. Auf jeden Fall läßt es sich, vom Ursprung her gesehen, zwei Bereichen zuordnen: fremdem und eigenem Fehlverhalten.

Was den ersten Bereich angeht, so sind es im wesentlichen fünf Informationsquellen, die einem gut geführten Unternehmen zur Feststellung von Fehlverhalten auf seiten des Geschäftspartners zur Verfügung stehen:

  • Persönliche Erfahrungen mit dem Geschäftspartner;
  • Berichte des Außendienstes;
  • Referenzen;
  • Veröffentlichungen in der Presse sowie Fachzeitschriften und einschlägigen Informationsdiensten;
  • Handelsauskünfte.

Die Handelsauskunft hat insofern eine besondere Bedeutung, als sie Informationen aus den anderen vier Kanälen abzurunden vermag und damit häufig zum letzten und wichtigsten Steinchen in dem Mosaikbild der wirtschaftlichen Verhältnisse des Geschäftspartners wird.

Das Bemühen um Eingrenzung des eigenen Fehlverhaltens dokumentiert sich wohl am augenfälligsten in zwei Vorgängen: Dem manchmal übertriebenen Spiel mit betrieblichen Kennzahlen und einer recht beachtlichen Nachfrage nach sogenannten Managementaus- und -Weiterbildungsveranstaltungen.

Daß die betriebswirtschaftliche, das heißt rein rechnerische Transparenz des Unternehmens allein zur Minderung eigenen Fehlverhaltens führt, ist der weit verbreitete teure Irrtum unserer Tage. Teuer vor allem deshalb, weil auf Grund dieser Meinung Datenverarbeitungsanlagen installiert und Stabsstellen eingerichtet werden, wo eine moderne Rechenmaschine und ein sorgfältig ausgesuchter Berater weitaus bessere Dienste hätten leisten können. Die rechnerische Transparenz eines Unternehmens durch Erarbeitung betrieblicher Kennzahlen kann sich nämlich erst dann wirklich positiv auf das eigene Verhalten auswirken, wenn eine entsprechende betriebliche "Infrastruktur" vorhanden ist; Führung und Organisation müssen so beschaffen sein, daß jederzeit problemlos Veränderungen unterschiedlichster Art und Tragweite in planvolles Handeln umgesetzt werden können.